"Ja-Aber",
"jein" und "teils-teils" lauteten bisher die kirchlichen
Stellungnahmen zur Gentechnik. Deutlicher wurde jetzt der
Naturwissenschafts-Beauftragte der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Kirchenrat
Roger Busch, bei einem Vortrag in Lichtenfels/Oberfranken. Die
Bundesregierung gefährde mit ihrer "zurückhaltenden
Genehmigungspraxis" 25 mittelständische Betriebe, die viel Geld
in die "Grüne Gentechnik" investiert hätten, und arbeite
den Konzernen zu, die auf die deutsche Rechtssprechung keine Rücksicht
nehmen müssten.
Auf das Argument von Gentechnik-Gegnern, der Mensch
greife in Gottes Schöpfung ein, konterte der Kirchenrat, dass die
Gentechniker ja nichts Neues erfinden und "nur mit dem Material"
arbeiten, "das sie in der Natur vorfinden"
(Fränkischer Tag, 19.5.2000). Seit Urzeiten würde "ein
ständiges Werden und Vergehen" stattfinden und "Gott hat beides
erschaffen: Die Natur und die Kraft, sie zu verändern." Die Gegner der
Gentechnik hätten nach Ansicht des evangelischen Amtsträgers "eine
fragwürdige Deutung des Begriffes ´Schöpfung`". Der Kirchenrat plädierte
lediglich dafür, die Risiken beim Entwickeln neuer Pflanzen "zu minimieren".