Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 12/00

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Schon in den ersten Jahrhunderten

Kirchliche Sklavenhaltung

Belegplan eines Schiffs bei einem Sklaventransport  - jahrhundertelang förderte die Kirche die Sklaverei und hielt sich eigene SklavenDie Unterwerfung unter Todesdrohung, die die Stedinger Bauern im 13. Jahrhundert erfahren mussten (siehe Artikel Unnachgiebig eingetrieben - der Zehnt), war in den meisten Teilen der abendländischen Christenheit schon viel früher brutale Realität. Denn die Kirche unterstützte von Anfang an die aus der Antike übernommene Sklaverei, ja verschärfte sie sogar in vieler Hinsicht - dies im Gegensatz zum Islam, der hier eine spürbare Humanisierung brachte:

"Wünscht einer der Sklaven eine Freilassungsurkunde, so stelle sie ihm aus, wenn du ihn gut kennst, und gibt ihm einen Teil deines Reichtums, den Gott dir verliehen." So steht es im Koran (nach Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums, Band 3, S. 513). "Die christliche Kirche aber verfocht energisch die Erhaltung der Sklaverei, sogar deren Verfestigung, ja sie machte die demütige Unterwürfigkeit der Unfreien zu einer Tugend" (ebda.).
Es war vor allem Paulus, der die Sklaverei verteidigte, "ja, man nannte ihn mit Recht den konsequentesten Gegner der Sklavenemanzipation" (Deschner, S. 514). Im Gegensatz zur Antike, wo die Freilassung von Sklaven so sehr in Mode kam, dass der Staat sogar dagegen einschritt, erschwerte die Kirche die Freilassung der in Kirchenbesitz befindlichen Sklaven. So wurde z. B. auf der 4. Synode von Toledo festgelegt, dass freigelassene Sklaven "die Kirche jeweils aus ihrem eigenen Vermögen entschädigten ... Auch musste der Bischof, der einen Sklaven freigelassen, ohne das Schutzrecht der Kirche vorzubehalten, seiner Kirche durch zwei andere Sklaven Ersatz leisten (can. 68). Schließlich hat die Kirche, was es sonst nirgends gab (!), die Freilassung ihrer Sklaven unmöglich gemacht. Sie waren als ‘Kirchengut’ unveräußerlich" (Deschner, S. 523).
Auch die Kinder der Kleriker, die offiziell sämtlich als unehelich galten, wurden laut Beschluss der 3. Synode von Toledo zu lebenslangen Kirchensklaven gemacht. Dies galt auch für die Findelkinder, die vor den Kirchentüren abgelegt wurden. Und der Hl. Martin von Tours, von dem die fromme Legende der Teilung seines Mantels geht, hielt sich 20.000 Sklaven. "Die rechtliche Anerkennung der Sklaverei verschärfte sich, seit der Staat christlich wurde" (Deschner, S. 524). "Sogar in der Kirche erschienen die reichen Gläubigen umringt von Sklaven. Es gab Christen, die viele Tausende besaßen. Nach Johannes Chrysostomos war ein Kontingent von 1.000 bis 2.000 Unfreien auf antiochienischen Domänen ganz normal ..." (Deschner, S. 527). "Selbst die Klöster hatten Sklaven, sowohl zum Dienst im Kloster wie zur Bedienung der Mönche" (Deschner, S. 528). So kann man sagen, dass "die Kirche nichts tat, um die Sklaverei zu beseitigen, aber alles, um sie zu erhalten" (Deschner, S. 520).

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Lesen Sie dazu auch die Informationsschrift der Freien Christen, Nr. 3:
Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld



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