Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 16/00

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Ein Urchrist erzählt

"Schweinebraten war einmal meine Lieblingsspeise"

Erst allmählich begreife ich, was um mich herum eigentlich geschieht. Als Jugendlicher war "Schweinebraten" noch meine Lieblingsspeise, doch ich machte mir keine ernsthaften Gedanken darüber, was die Schweine bis dahin durchmachen müssen. Ging ich zum Milchholen auf den nahe gelegenen Bauernhof, dann freute ich mich dort naiv an den grunzenden Vierbeinern und verstand nicht, dass dieser Anblick nicht ihr Leben ist, dass sie für diesen Stall und diese Boxen nicht geschaffen wurden. Als junger Mann verdiente ich mir später guten Gewissens sogar einige Mark in einer großen Fleischfabrik hinzu. Ich stand an einer Verpackungsmaschine für Leberkäse. Und wenn an jedem Morgen 2000 Schweine am anderen Ende der Fabrik zur Schlachtung getrieben wurden, lag ich noch schlafend im Bett. Heute bin ich davon überzeugt, dass das Leiden und die Todesangst der Tiere auch deren Körper durchdringen und vom Menschen mit aufgenommen werden, wenn er dieses Fleisch isst - als ob der Mensch zukünftige eigene Leiden schon portionsweise in sich aufnimmt. Dass man sich auch ohne Fleisch ohne Mangel ernähren kann und sogar gesünder, lernte ich erst mit der Zeit - die Gewohnheiten waren eben lange anders. Eines Tages nahm mich ein Gastwirt und Metzger einmal mit in den Schlachthof, und ich sah den aussichtslosen Kampf der furchtbar quiekenden Tiere aus vorderster Reihe. Zuerst fühlte ich mich an "Erfahrung" reicher, doch bald bekam ich ein beklommenes Gefühl im Magen, wenn ich einem Schwein oder einer Kuh in die Augen sah - weil ich die Bilder vor Augen hatte, was demnächst mit dem Tier passieren wird. So traf ich eine Entscheidung: Ich wollte nicht, dass die Tiere wegen mir so leiden müssen, und ich wollte deshalb Vegetarier werden. Es hat nicht sofort geklappt, doch bald. Mein Glück dabei: Ich lernte Menschen kennen, die so gute vegetarische Rezepte kannten, dass ich heute nichts mehr vermisse. Inzwischen bekomme ich das unangenehme Gefühl im Magen schon, wenn ich vor einer Metzgerei stehe oder in einem Supermarkt an der Fleischabteilung vorbeigehe. Auch der Geruch geht mir unter die Haut. Doch die Menschen vor und hinter der Theke verhalten sich nicht besser und nicht schlechter als ich selbst vor einigen Jahren. Meine Augen öffneten sich noch weiter durch das Lesen der Broschüre Der Prophet, Ausgabe Nr. 15, Tiere klagen - Der Prophet klagt an (http://www.universelles-leben.org/cms/prophetie/publikationen.html). "Der Prophet" verleiht den Tieren darin eine Stimme. Ja, das ist es, was ich vielleicht ahnte, aber mir jahrelang nicht bewusst machte: Ein Tier fühlt und empfindet genauso wie ich als Mensch. Noch immer funktioniert zwar auch mein inneres "Abwehrschild", wenn ich einem Tiertransporter begegne oder an einer Mastanlage vorbeifahre, um den Schmerz der Tiere nicht zu nahe an mich heran zu lassen. Doch ich kann mich nicht mehr belügen. Außerdem weiß ich mittlerweile: "Was du säst, das wirst du ernten" - diese Wahrheit gilt auch für unseren Umgang mit den Tieren. So bin ich dankbar, dass man mich aufklärte und dass ich lernen darf, Tieren als "Persönlichkeiten" zu begegnen als und sie eines Tages auch zu verstehen. Danke vor allem, dass Gott das qualvolle Schreien der Tiere erhört und durch Prophetenmund eine Umkehr einleitete. Ich weiß nicht, wie tief meine Bitte um Vergebung schon war, doch ich weiß, dass das Leiden der Tiere früher oder später ein Ende haben wird. Und ich bin dankbar, mithelfen zu dürfen, damit es "früher" sein kann. (Dieter Potzel)

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