Ausgabe 20/00 |
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Drogen (2): Gesellschaft und Politik sind ratlos Sucht kommt von Suchen Natürlich gibt es aus der Drogensucht einen Ausweg, wenn auch sicher keinen einfachen. Im ersten Teil des Artikels (Nr. 19/2000) beschrieben wir, dass die Drogenpolitik fast zwangsläufig beim Kurieren an Symptomen stehen bleibt - denn die eigentlichen Ursachen einer Sucht liegen im persönlichen, letztlich im geistigen Bereich. Jeder möchte Geborgenheit Sucht kommt von „suchen“. Alle Menschen suchen nach Geborgenheit und Nähe, sie wollen geliebt werden. Hinzu kommt v. a. bei jungen Menschen die Suche nach Sinn und Idealen, nach Orientierung und Vorbildern, aber auch nach hilfreichen Grenzen und Regeln. Was für eine Welt finden sie heute vor? Trotz allen Wohlstands erleben junge Menschen Ungerechtigkeit, eine größer werdende Kluft zwischen „Gewinnern“ und „Verlierern“, Egoismus und wenig Solidarität. Die Erde ist durch den Menschen in ihrer ökologischen Existenz bedroht. Und ihre eigene, private Existenz? Werden sie z.B. einen Arbeitsplatz bekommen? Die Chance dieser Inkarnation Oft fehlt dabei das Wissen, dass ihr Leben in der Regel nicht das einzige ist, das sie hier auf der Erde durchlaufen; dass dieses Leben auch unter schwierigen Umständen einen Sinn hat, den nur der findet, der sich auf die Suche macht. So ist z. B. die heutige Lebenssituation kein Zufall, sondern konfrontiert uns mit Aufgaben, die wir z. B. schon in einer vergangenen Inkarnation nicht lösen konnten. Doch dieses Mal soll es uns gelingen. Doch wer weiß um diese Zusammenhänge? In einer Gesellschaft, in der Spaß und Unterhaltung für viele zum einzigen Lebenszweck geworden sind, in der das Heil nur in der Materie gesucht wird, reagiert das Unterbewusstsein auf die zunehmende Anspannung und Unübersichtlichkeit oftmals mit Überforderung. Welchen tieferen Sinn es haben kann, Verantwortung für das eigene Leben oder gar für das Leben anderer zu übernehmen und Schwierigkeiten bewusst zu bewältigen, wird kaum mehr gesehen. Hilflose Experten „Einer Bevölkerung, die ein überwältigendes Bedürfnis hat, das Erlebnis ihrer Umwelt chemisch zu verändern, wird der Arzt in Zukunft hilflos gegenüberstehen.“ So der Pharmakologe Marinker im Jahre 1973. Man könnte ergänzen: Auch der Politiker, der Sozialarbeiter, der Psychologe wird sich demgegenüber hilflos fühlen. Die Prognose des Pharmakologen ist eingetreten: Viele Menschen wollen sich mit ihrem Leben nicht mehr auseinander setzen, sondern sich nur noch betäuben. Sie flüchten in eine Scheinwelt mit Pseudo-Harmonie. Das Leben wird immer passiver verbracht, die Zeit wird totgeschlagen. Die Sinnentleertheit vor allem junger Menschen wird nicht selten mit der Droge betäubt. Droge Kirche oder innere Kraftquelle Gott Auch in den äußeren Religionen findet der suchende Mensch keine Antwort. Im Gegenteil: Die Kirchen sind mit ihrem Brimborium und ihren magischen Praktiken selbst zu einer Droge geworden, die dem Menschen den Zugang zu seinem Inneren verschließt. Wo ist der Ausweg? Schlicht gesagt: in der inneren Religion. Das heißt: Die Erfüllung seiner Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Sicherheit und Glück findet der Mensch letztlich nur in sich selbst - in der inneren Kraftquelle Gott. Diese Kraftquelle befähigt ihn, die Tage bewusst zu nützen, um die Aufgaben zu bewältigen, die ihm sein Leben stellt, um seine Fehler und Schwächen aufzuarbeiten, wozu auch die vielen kleineren und größeren Süchte des Alltags gehören - vom zu vielen Essen bis zur gedankenlosen Ablenkung durch die Medien, die uns immer mehr nach außen ziehen wollen. Um in sich selbst die Antwort zu finden, brauchen vor allem junge Menschen Vorbilder, die eine klare Entscheidung für ihr Leben getroffen haben. Wer ein inneres Lebensziel findet, der erhält auch die Kraft, einer Sucht zu widerstehen oder aber eine Sucht durch konsequente Disziplin und Arbeit an sich selbst zu überwinden.
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