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Pheromone in der Tiermast
Fortpflanzungsdunst Macht uns die Fleischproduktion »rauschig«? +++ Künstliche Parallelwelt der dunklen Ställe +++ Gülle, Gülle überall +++ Verbreitung durch Wind und Wetter +++ Gülle als Auslöser von Sexualverbrechen? Eine Familie aus der Nähe von Bonn hatte ein zugelaufenes
Wildschwein, einen ganz jungen Frischling, selber aufgezogen und im Garten
gehalten. Dies führte zu einigen ungewohnten Erfahrungen, die folgendermaßen
beschrieben werden: »Leider hat die Tatsache, dass Hanako [Red.: Name des
zugelaufenen Wildschweins] einen starken Geschlechtstrieb entwickelte, unserem
Zusammenleben schließlich eine Grenze gesetzt. Wir waren nicht darauf
vorbereitet, dass Schweine einmal im Monat »rauschig« werden und dabei ein
starkes Bedürfnis nach Ebern haben ... Wir haben es trotzdem fast vier Jahre mit
ihr ausgehalten, bis ihr eines Tages der große Coup gelang ... wir bemerkten
ihre übliche Veränderung erst, als sie aus dem Garten verschwunden war – und als
vom fast zwei Kilometer entfernten Fußballplatz der Anruf kam, unser Schwein
hätte das Turnier unterbrochen. Tatsächlich fanden wir Hanako mitten auf dem
Platz unter etwa 40 kräftigen Fußballern, die schockiert mit ihr beschäftigt
waren. Denn unser gutes Riesenschweinchen hatte sie mehr oder weniger alle als
Ersatzeber anerkannt und damit begonnen, sie mit "öhsigem" Aufreiten zur Aktion
zu fordern.« Macht uns die Fleischproduktion »rauschig«? Versteckt vor den Augen der Öffentlichkeit werden Millionen von
Säugetieren erzeugt, groß gezogen und geschlachtet, damit wir Menschen unseren
Sonntagsbraten, unser Steak und unsere Bratwurst genießen können. Sie leben in
ihrem kurzen Leben ständig im Rhythmus von künstlicher Befruchtung,
Schwangerschaft, Geburt, Säugen und erneuter künstlicher Befruchtung, um
möglichst viele Kinder zu haben, was in diesem Zusammenhang bedeutet: um
möglichst viel Schlachtvieh zu produzieren. Die künstliche Parallelwelt der dunklen Ställe Diese riesige Menge an Nutztieren, die in einer künstlichen
Parallelwelt in dunklen Ställen dahinvegetieren, geben nun Stoffe aller Art an
die Umwelt, d. h. auch an uns Menschen ab, denn Massentierhaltung bedeutet
intensivste erzwungene Fortpflanzung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln:
So werden z. B. Pheromone und Hormone dazu eingesetzt, um die Muttertiere zu
einem unnatürlich hohen Empfängnisrhythmus zu stimulieren. Die Ferkel lässt man vier Wochen säugen, dann werden sie
abgesetzt und das Mutterschwein wird spätestens nach zehn Tagen unter
entsprechender Stimulation mit Eberpheromonen aus der Spraydose mittels einer
Spritze und Ebersamen aus der Tube künstlich befruchtet. Sobald dies nicht mehr
funktioniert, weil das Muttertier ausgelaugt ist vom vielen Gebären, wird es
geschlachtet. Seine Leichenteile werden in vielen Fällen traditionsgemäß nach
dem Gottesdienst als Schweinsbraten mit Knödeln zu Mittag gegessen. Im Jahr 2001
verkauften alleine die Schlachthöfe in Bayern laut Statistischem Bundesamt 920
Millionen kg Rind-, Kalbs- und Schweinefleisch. In diesem Fluidum von Zeugen, Schwangerschaft, Gebären, Säugen
und wiederum Gebären sind alle damit zusammenhängenden hormonellen Vorgänge der
Tiere ununterbrochen aktiv. Doch diese Aktivitäten blieben nicht im Stall: Z. B.
scheiden die Tiere große Mengen an Hormonen und an - an so genannte Carrier-Eiweiße
gebundenen - Pheromonen über den Urin aus. Wir müssen also davon ausgehen, dass
mit der Gülle aus den Ställen, aber auch über den Klärschlamm große Mengen an
Fortpflanzungshormonen und Pheromonen in die Umwelt gelangen. Nicht zu vergessen
ist auch die Pheromon-geschwängerte Stallatmosphäre, die über die riesigen
Abluftanlagen ins Freie geblasen wird. Verbreitung durch Wind und Wetter Wer übrigens darauf hofft, dass Hormone und Pheromone während der Güllelagerung oder auf dem Feld durch den chemischen Abbau schnell unwirksam werden, der täuscht sich. Die Technische Universität München hat sich im Jahr 2001 die Mühe gemacht, zu untersuchen, wie lange Steroid-Hormone in Mist, Gülle und Ackerboden überleben. Bei der Güllelagerung stellten sie fest, dass nach 267 Lagertagen immer noch die Hälfte der Steroid-Hormone vorhanden war. Und bei den Bodenproben konnten sie den einen Hormontyp noch nach acht Wochen, den anderen gar bis zum Ende der Anbauperiode, d. h. ca. drei Monate später, im Erdboden nachweisen. Übrigens: Alle wichtigen Fortpflanzungshormone und -pheromone von Säugetier und Mensch sind auf Steroid-Strukturen aufgebaut. Wir sind also dank der Massentierhaltung von einem ständigen Fortpflanzungsdunst umgeben. Wie weit Inhaltsstoffe der Gülle auch durch den Wind verbreitet
werden, kann aus folgender Untersuchung entnommen werden: Das Umweltbundesamt in
Berlin hat die Belastung der Luft mit Keimen, also Bakterien und Pilzen, in der
näheren Wohnumgebung von offenen Güllelagern untersucht und am 25. Juni 2002
folgende Mitteilung verfasst: »Die Gülle von Nutztieren aus der Landwirtschaft
enthält unter anderem hygienisch relevante Bakterien wie Escherichia coli,
coliforme Bakterien, Salmonellen und andere Keime, die bereits bei mittleren
Windstärken in die Umgebungsluft gelangen und Darminfektionen hervorrufen
können. Die Luftkeimkonzentration wurde bei verschiedenen Wetterlagen und in
unterschiedlichen Abständen vom Lagerbehälter gemessen. Aus den Messergebnissen
geht jedoch keine generelle Gesundheitsgefahr für die Anwohner hervor. (...) Bei
ungünstigen Wetterlagen besteht jedoch die Möglichkeit erhöhter Emissionen von
Bakterien wie Escherichia coli, coliforme Bakterien, Salmonellen, Leptospiren,
Mycobakterien und Chlamydien. Es wird daher vorbeugend empfohlen, offene
Lagerbehälter nachträglich abzudecken oder die Behälter außerhalb geschlossener
Wohnsiedlungen zu verlagern.« Gülle-Pheromone als Auslöser von Sexualverbrechen? Die statistische Auswertung des Bayerischen Landeskriminalamtes über die so genannten »Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung« zeigt auf, dass im Zeitraum zwischen 1989 und 1998 in vielen ländlichen Landkreisen deutliche Zuwächse festzustellen sind. Über 50%ige Zunahmen der sexuellen Übergriffe verzeichnen folgende Landkreise: Kulmbach, Deggendorf, Eichstätt, Pfaffenhofen, Freising, Ebersberg, Miesbach, Bad Tölz und Lindau. Dazu im Kontrast: Im selben Zeitraum sind in der Großstadt München die betreffenden Straftaten zurückgegangen. Könnte es sein, dass die riesigen Mengen an pheromon- und
hormonhaltiger Gülle vielleicht gerade in ländlichen Gegenden, wo die Gülle aufs
Feld kommt, eine allgemein erhöhte »Rauschigkeit« auslösen, die bei entsprechend
labilen Menschen und Risikogruppen das berühmte Zünglein an der Waage darstellt.
Vielleicht reicht schon ein kleiner Gülle-Pheromon-Impuls aus, einen krankhaft
überspannten Hormonhaushalt vollends aus dem Gleichgewicht zu bringen – mit
unabsehbaren Folgen für die Opfer, zu denen immer mehr Kinder und Jugendliche
gehören. Wer weiß ... (Dipl.-Ing. Christoph Michels) |
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