Gabriele-Brief Nr. 3

Die Gottes- und Nächstenliebe und das verbogene, entstellte Christentum

»Liebe Freunde, wen bewegen, gerade in dieser Zeit, nicht viele, viele Gedanken? Und so manchen veranlassen die Zeitumstände dazu, gründlicher und tiefer nach dem Wieso und Warum zu forschen, als er es gewohnt war?« Mit diesen Worten beginnt der Gabriele-Brief Nr. 3, mit dem sich die Botschafterin Gottes (die mit bürgerlichem Namen Gabriele Wittek heißt) an alle Freunde und Wahrheitssucher wendet, welche die Ereignisse in unserer Welt und ihre Hintergründe verstehen wollen.

Wahrheitssuche

Ein Mensch, in dem die Liebe zur Wahrheit ist, so Gabriele, hält sich »fern von den Pingpongspielen intellektuellen Schlagabtauschs, in denen Egoisten einander zu übertrumpfen trachten, die ihre Denkschablonen für den Maßstab aller Dinge halten«. Der Wahrheitssucher forsche stattdessen »mit Herz und Verstand unter Zuhilfenahme seines Gewissens. Er gewinnt innere Eigenständigkeit und Festigkeit, weil er in sich um die klaren Erkenntnisse ringt, die ihm die Schritte in ein bewusstes Leben aufzeigen« (S. 4-5). Eine Momentaufnahme der abendländischen Christenheit zeigt jedoch, dass Eigenständigkeit und Gewissensbildung vielfach verloren gegangen sind. Anstatt die Lehren Jesu von der Gottes- und Nächstenliebe zu erfüllen, ordneten sich viele Menschen lieber konformistisch den von Christus abweichenden Kirchenlehren unter. Deshalb trägt der Gabriele-Brief Nr. 3 auch den Titel Die Gottes- und Nächstenliebe und das verbogene, entstellte Christentum. Gabriele zeigt darin auf, warum Menschen, die sich Christen nennen, die Gottes- und Nächstenliebe nicht erfüllen bzw. warum sie nicht nach den urchristlichen Prinzipien »Gleichheit, Freiheit, Einheit, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit« leben können oder wollen.

Das verzerrte Gottesbild

Die kirchlichen Institutionen seien die Wurzel dieses Übels, denn sie haben das Bild Gottes bis zur Unkenntlichkeit verzerrt, was Gabriele an vielen Beispielen nachweist, z. B. an der Heiligenverehrung: »Welch ein grausamer Vater wäre das, zu dem Seine Kinder nicht persönlich kommen dürfen, der den Papst, einen Menschen, beauftragt haben soll, Menschen heilig zu sprechen und sie als Mittler einzusetzen« (S. 80).

Viele gläubige und Gott suchende Menschen schrecken vor dem monströsen Bild des kirchlichen Rachegottes zurück oder sie werden »von der Angstpsychose der ewigen Verdammnis getrieben«, die dieser Gott bei Glaubensabfall androht. »In seiner inneren Not und Enttäuschung akzeptiert der Mensch dann unter Umständen willig die Krücke, die ihm angeboten wird – die Heiligen, die Fürbitter – um einigermaßen und notdürftig klarzukommen« (S. 81).

Die neue Inquisition

Menschen, die sich durch Gewissensbildung und Verstand aus dem kirchlichen Glaubenssystem lösen wollen, werden mehr oder weniger eingeschüchtert, wenn es z. B. im Katechismus der Katholischen Kirche heißt: »Es ist nicht angemessen, das persönliche Gewissen und die Vernunft ... dem Lehramt der Kirche entgegenzusetzen« (S. 55).

Zwar lässt die Kirche Andersgläubige heute nicht mehr hinrichten, doch der Geist der Inquisition ist lebendig wie einst. »In der heutigen Zeit«, so Gabriele, »gibt es keine Scheiterhaufen und Guillotinen mehr, aber es gibt willfährige Journalisten und Reporter, die für die Institutionen Kirche arbeiten und die ihre Verlautbarungen in den Verbreitungsorganen so gestalten und formulieren, dass der Scheiterhaufen und die Guillotine auflodern in jenen Menschen, die ihnen glauben und hörig sind« (S. 107 f.).

Mit geistigem Wissen voll gestopft

Das Gewissen ist bei vielen Menschen kaum mehr in der Lage, zu wägen und zu messen, und zwar unabhängig von einer Kirchenmitgliedschaft. Es betrifft z. B. jene, die »esoterisch angehaucht« sind oder mit geistigem Wissen »voll gestopft«, ohne die Wahrheiten auch schrittweise erfüllt zu haben. Oberflächlich werden dann oft schöne Worte gebraucht, doch der Mensch wird mehr oder weniger vom Unterbewusstsein gesteuert, das »Beiseitegeschobenes, Vergessenes, Unterdrücktes und Verdrängtes« enthält, »seine geheimen Wünsche und Sehnsüchte ebenso wie seine uneingestandenen Ängste, seine Ambitionen, Triebfedern und anderes mehr« (S. 9). Alles das steht der gelebten Gottes- und Nächstenliebe im Wege und müsste aufgearbeitet werden, wenn jemand diese Liebe erlernen möchte.

Wahre Nächstenliebe und die Talente

In diesem Zusammenhang könnte auch jemand fragen: Was ist eigentlich »wahre Nächstenliebe«? Hier stellt Gabriele die Verbindung zur Entwicklung von Fähigkeiten und Talenten her und fasst zusammen: »Wahre Nächstenliebe heißt, den willigen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre Eignungen, ihre Talente, zu fördern und später zu mehren für das Wohl aller – nämlich aller, die das Prinzip der Gleichheit fördern.
Denn es gilt für alle gleichermaßen: Bete und arbeite.« Dies wäre – in knappen Worten – auch der Ansatz, um die weltweite Ungleichheit von Reich und Arm beseitigen zu können. So enthält der Brief zahlreiche Impulse, wie sich jemand zum Positiven ändern kann und wie er dadurch mithelfen kann, dass es auch auf dieser Welt lichter und heller wird. (ek)

Der Gabriele-Brief Nr. 3 ist gratis erhältlich beim Verlag Das Wort, www.das-wort.com, 09391/504-135
Siehe auch
: http://www.universelles-leben.org/cms/prophetie/publikationen.html


Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 5/03


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