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Dokumentation
Das manipulierte
Menschliche, Der nachfolgende Text ist eine überarbeitete Mitschrift eines Vortrags in der Kosmischen Lebensschule im Universellen Leben vom 4.5.2003, den wir auf vielfachen Wunsch hier dokumentieren. Beschäftigt man sich mit den zahlreichen Visionen und
Weltanschauungen von einem besseren Zusammenleben auf unserem Planeten, dann
fällt auf, dass besonders oft das Wort »Menschlichkeit« darin vorkommt.
»Menschlichkeit« gilt als ein großes und erhabenes Wort. »Verbrechen gegen die
Menschlichkeit« beinhalten besonders große Grausamkeiten, meist auch begangen
von den Großen dieser Welt. Und im Namen der »Menschlichkeit« ergehen bewegende
Aufrufe zum Kampf gegen Hunger und Not in der Dritten Welt. Noch schillernder werden die Dinge, wenn man die
»Menschlichkeit« ins Lateinische übersetzt und sie als »Humanität« verkündet.
Dann geht es nach dem allgemeinen Sprachgebrauch um eine edle Gesinnung und
höhere ethische Werte für zwischenmenschliche Beziehungen. Wir kommen dann zum
»humanitären Völkerrecht«, aber auch zu »humanitären Interventionen mit
Waffengewalt«, um »humanitäre Katastrophen« zu verhindern, wie zum Beispiel im
Kosovo, wo die Katastrophe nicht humanitär verhindert, sondern zu einem
humanitären Super-Gau aufgeheizt wurde. Man könnte auch ganz allgemein sagen:
Wer sein menschliches Verhalten ethisch ein wenig aufputzen will, der verwendet
statt »menschlich« lieber das Wort »humanitär« oder noch besser »human«. Wir
sprechen z. B. vom »humanen Strafvollzug« oder auch von der »humanen Behandlung
von Kriegsgefangenen« – was immer auch der jeweilige Kriegsherr darunter
verstehen mag. Manipulation durch Tradition Doch was heißt »Entfaltung der Persönlichkeit«? Auch dies ist
ein schillerndes Wort! Es führt uns zurück zu den Wurzeln des Humanismus in der
griechischen Philosophie, in die Schule der Sophisten, aus der jener berühmte
Satz stammt: »Der Mensch ist das Maß aller Dinge.« Ist das nicht vielleicht
etwas Gutes?, werden eingefleischte Humanisten fragen. Doch bereits im alten
Griechenland wurde mit diesem Maßstab so hantiert, dass seine Egozentrik
überdeutlich wurde: Das Recht des Stärkeren wurde zum Maßstab, Demokratie und
Gleichheit wurden bekämpft, die jeweilige subjektive Einstellung war wichtiger
als die geltenden Gesetze – ganz zu schweigen von den kosmischen Gesetzen. Und wird lange genug manipuliert, gerinnt das manipulierte Menschliche zu Konvention und Tradition: Erbfeindschaften zwischen ganzen Völkern entstehen auf diese Weise, die zu blutigen Kriegen führen, in denen die manipulierte Jugend dann nicht »süß und ehrenvoll« stirbt, sondern erbärmlich krepiert. Barbarisches Brauchtum entsteht auf diese Weise, z. B. grausame Spiele mit Tieren, Stierkämpfe, aber auch die Jagd, die früher eine noble Passion blutrünstiger Bischöfe und Fürsten war und heute zur billigen Tötungslust von Kleinbürgern und Spießbürgern wurde. Wer kann von sich sagen, nicht manipuliert zu sein — durch wohlmeinende Eltern, durch dominante Lehrer, durch verblendete Ideen oder blendende Idole? Und durch wen noch? Nicht zuletzt auch durch sich selbst, durch seine eigenen geheimen oder weniger geheimen Lebensprogramme und Gewohnheiten, durch seine Empfindungen und Gedanken, mit denen man sich prägte. »Jeder spricht sich selbst«, heißt es; man könnte hinzufügen: Und jeder manipuliert sich auch selbst. Der Kokon ganzer Völker Wie ist das alles möglich? Es gibt ein Buch Gabrieles, der Prophetin und Botschafterin Gottes für unsere Zeit, das bereits in seinem Titel nahe legt, dass wir zu diesem Thema darin fündig werden: Ich Ich Ich. Die Spinne im Netz.* Dort stoßen wir auf jenes Fallgeschehen, mit dem alles Übel anfing: »Im Fall kehrten sich reine Geistwesen von Gott ab, um nicht nur göttlich zu sein, sondern Gott selbst zu werden«, heißt es dort. Und weiter schreibt sie: »So trennten sich diese göttlichen Lichtformen von Gott und schufen sich die ersten Programmwelten für ihr Wie-Gott-sein-Wollen« (S. 117). Dieses Programm wird jeden Augenblick neu gespeist, wenn wir entsprechend fühlen, empfinden, denken, sprechen und handeln. Wir sind nicht nur unseres eigenen Glückes Schmied, sondern wir sind auch die Spinne im eigenen Netz. Gabriele schreibt weiter: »Lassen wir uns die Vorstellungen und Wünsche von Zweiten, Dritten oder Vierten einsuggerieren, nehmen wir die Projektionen unserer Nächsten auf, dann ist dies nur deshalb möglich, weil in unserer Seele oder in unserem Unter- oder Oberbewusstsein bereits Ähnliches gespeichert ist. Diese bereits bestehenden Engramme bilden die Basis, gleichsam die Magneten, die Gleiches und Ähnliches anziehen. Die Saat des einen fällt auf den fruchtbaren Boden des anderen« (S. 40). Und wenn dies lange genug und durch genügend Projektionsträger geschieht, dann legt sich diese kollektive Manipulation wie ein Kokon über das Bewusstsein ganzer Generationen und Völker. Man nennt diesen Kokon dann »Kultur« und »Tradition«. Es ist nicht unwichtig, diesen Vorgang zu durchschauen, wenn man Echtes von Manipuliertem, Ethisches von nur ethisch Verbrämtem unterscheiden will. Wie in das Wort »menschlich« oft Allzumenschliches und Unmenschliches verpackt wird, so muss auch das Wort »Persönlichkeitsentfaltung« nicht selten als hoch stehendes Etikett für die Willkür, je nach Lust und Laune zu leben, herhalten. Die Schizophrenie, mit der wir Worte für Gutes wie für Schlechtes benutzen, ist ebenso eine Folge des Fallgeschehens wie die Sucht des Menschen, sich immer wieder selbstherrlich zum eigenen Maßstab zu machen – und zugleich andere damit zu manipulieren, was im Zeitalter der Medien bekanntlich besonders gut funktioniert. Ganze Bilderwelten von Sehnsüchten werden produziert und projiziert: Was man unter gutem Aussehen versteht, wie man besonders sexy wirkt, ob man einen Lebenspartner ernst nimmt oder ihn nur als kurzweiligen Begleiter für bestimmte Lebensabschnitte versteht, und Ähnliches mehr. Wer da mitspielt, lässt sich bis ins Detail seines Lebensstils, seiner Kleidung und seines Verhaltens von den Projektionen anderer manipulieren. Ganze Persönlichkeitsattrappen entstehen mitunter durch solche manipulativen Programme, Attrappen übrigens, die sich auf den ersten Blick recht gut ausnehmen: Ein erfolgreicher und rücksichtsloser Unternehmer etwa, den alle bewundern, weil sie lieber nicht danach fragen, mit welchen Mitteln der Mann so erfolgreich wurde. Oder der ehrsame Bürger, der nach dem Sonntagsgottesdienst am Stammtisch das große Wort führen darf, weil niemand danach fragt, was hinter seinen ehrsamen Worten an weniger ehrsamen Empfindungen und Gedanken steckt. Der Mittelstand wird geopfert Doch nicht nur die vielen Einzelnen werden zum Opfer der Manipulation, wenn sie mitspielen, sondern immer wieder entstanden ganze Systeme auf diese Weise. Das klassische Beispiel bildet das Systemkartell von Kirche und Staat. Im Mittelalter kostete dieses System vielen das Leben, heute kostet es nur mehr Steuern. Auch die viel gerühmte »freie Marktwirtschaft« trägt Züge jener Umpolung positiver Werte ins Negative: Aus Geben und Empfangen wurde der Grundsatz: Möglichst viel nehmen und möglichst wenig geben, frei nach dem Motto »Gibst du mir, so gebe ich dir«. Und aus dem göttlichen Prinzip der Freiheit wurde der irdische Wirtschaftsliberalismus, der den Kampf aller gegen alle als ökonomisch wertvolles Wettbewerbsverhalten hochstilisierte. Eine Zeitlang ging das gut; heute sehen wir weltweit, wohin es führt, wenn nicht das Gemeinwohl, sondern das Eigenwohl zum Maßstab aller Dinge wird – in den Vorstandsetagen von Großunternehmen z. B., in denen Manager astronomische Abfindungen für so genannte »feindliche Übernahmen« entgegennehmen; oder an den Börsen dieser Welt, die zum Casino für die Superreichen wurden; aber auch an den Insolvenzzahlen des Mittelstands, der mehr und mehr zum Opfer der großen Absahner wird. Ein Fallwesen, das seinem Namen »Ehre« macht, polt auch Vertrauen in permanentes Misstrauen um und bewaffnet sich bis an die Zähne, weil man nur auf diese Weise den Frieden wahren könne; und damit die Waffen dann nicht verrosten, werden sie schließlich eingesetzt, wiederum mit dem hohen, meist humanitären Anspruch, der Welt den Frieden zu bringen. Manipulation und Doppelzüngigkeit sind Geschwister, und beide sind satanischen Ursprungs – ebenso wie ihre Wirkungen: etwa wenn der Einzelne im Namen seiner Persönlichkeitsentfaltung dazu verführt wird, sein Leben mit Nichtigkeiten zu vergeuden; oder wenn mit der Tradition der Jagd feiger Tiermord legitimiert wird; oder wenn mit der Tradition des Militärs der Menschenmord vorbereitet wird; oder wenn mit der Tradition okkulter Heiligenverehrung wieder die Vielgötterei eingeführt wird. Die kulturellen Verkleidungen der Manipulation der Fallwesen untereinander und ganzer Gesellschaften und Völker sind von unendlicher Vielfalt. Wir meinen, in der großen weiten Welt zu leben und bewegen uns nur in der kleinen Welt unseres menschlichen Ichs. Zur Rechten oder zur Linken Gottes An dieser Stelle könnte man fragen: Wo bleibt nun das Ebenbild
Gottes? (in der Theologie spricht man von Gottesebenbildlichkeit oder von
Gottebenbildlichkeit) Und was bedeutet die Aussage im ersten Buch der Bibel, die wir ja
vielleicht alle noch in Erinnerung haben: »Und Gott schuf den Menschen ihm zum
Bilde, zum Bilde Gottes schuf Er ihn, und schuf sie, einen Mann und eine Frau,
und Gott segnete sie. Und Er sah alles an, was Er gemacht hatte, und siehe da,
es war sehr gut.« In der Christusoffenbarung
Das ist Mein Wort** heißt es dazu: »Wer
das Gebot der selbstlosen Liebe nicht hält, der liebt weder seine Mitmenschen
noch die Tier-, Pflanzen- und Mineralwelt ... Deshalb sind nicht alle, welche
die Gestalt von Menschen haben, bewusste Ebenbilder Gottes. Nur jene werden
wahrhaftig Söhne und Töchter Gottes heißen, welche das selbstlose Leben
anstreben und eins sind mit ihren Mitmenschen und mit allen Lebensformen«
(88, 1-3). »Was du nicht willst, dass man dir tu’, das füge auch keinem anderen zu«, das ist die goldene Regel. Kann man diese höchste Ethik und Moral überhaupt noch auf einen einfacheren oder verständlicheren Nenner bringen? Gibt es irgend jemanden unter uns oder in der ganzen Welt, der diesen Satz nicht voll und ganz verstehen und bejahen könnte? Und trotzdem leben viele Menschen gerade in vollständigem Gegensatz dazu – gegenüber der Natur, den Pflanzen, den Mineralien, den Tieren und den eigenen Mitmenschen. Wie ist es möglich gewesen, dass die Manipulation des Menschen ihn so sehr von diesem eigenen Empfinden und verantwortlichen Denken entfernt hat? Flucht in die Zerstreuung Der französische Mathematiker und Philosoph Blaise Pascal (1623-1662) schreibt in seinem großen Werk »Pensées«, dass der Mensch durch sein von
Gott abgewandtes Verhalten ins Leere wandert – er nennt es das »Néant«, das
Nichts. Dort befällt ihn die Langeweile und er entflieht diesem Zustand, indem
er sich ins »Divertissement« – also in die Ablenkung und Zerstreuung – flüchtet. Was für eine Aussage! Welche Verantwortung tragen wir Menschen demzufolge für die ganze Entwicklung des Lebens auf dieser Erde. Immer wieder ist zu hören, dass die Natur doch auch gewalttätig sei und die Tiere sich gegenseitig töten und auffressen. Können wir uns jetzt vielleicht vorstellen, dass diese Kreatur, die uns vom Schöpfer auf diesen Planeten mitgegeben wurde, zu uns aufblickt und ihr Verhalten in der Weise ändert, wie sie es von ihrem großen Vorbild Mensch lernt – so wie die Kinder vom Handeln ihrer Eltern geprägt werden? Doch wie verhalten sich die Menschen ihnen gegenüber seit Jahrtausenden? Was können die Lebensformen, die von der »Krone der Schöpfung« betreut werden sollten, also von uns lernen? Wie reagieren wir, wenn uns die Lebensformen erwartungsfroh anblicken, lernen möchten und hoffen, dereinst auch ausgereifte Wesen aus Gott zu werden? Entwicklungshelfer für die Schöpfung Wenn wir als Menschen so durch den Tag schlendern oder auch
manchmal hetzen, unsere Arbeit oder unsere weltlichen Verpflichtungen so
schlecht und recht verrichten und hier und dort einmal einer karitativen
Vereinigung eine Spende zukommen lassen, so haben wir unsere Lebensaufgabe auf
dieser Erde also mitnichten erfüllt. Von Christus erfahren wir, dass wir
Entwicklungshelfer für die Kreatur Gottes auf diesem Planeten sein sollen, nicht
nur Nutznießer oder gar Ausbeuter Seiner wunderbaren Schöpfung. Und um dieser
Aufgabe gerecht zu werden, kommen wir nicht umhin, unsere Eigenschaften als
Ebenbild Gottes wieder zu aktivieren und als solche zu leben. In einer Christusoffenbarung heißt es dazu: »Erkenne: Dir sind die Tage zur Entscheidung gegeben. Jeder Augenblick ist kostbar, er spricht zu dir, zeigt dir auch deine Gefühls-, Empfindungs- und Gedankenwelt auf. Er sagt dir: ´Erkenne dich, denn du bist das, was du fühlst, empfindest, denkst, sprichst und handelst. Du bist es. Erkenne dich darin und gehe den Weg nach Innen.` Dann wirst du kein Suchender mehr sein, denn Ich, der Christus, lasse Mich in dir finden.« In unserem Inneren, aus der Kraft des Ebenbildes Gottes in uns,
wächst uns dann auch die Kraft zu, das erkannte Negative Schritt für Schritt
abzulegen, so dass das Ebenbild Gottes uns mehr und mehr durchdringen kann.
Unsere Mitmenschen, die Tiere und unsere ganze Umwelt sehnen sich danach, so wie
es schon im Neuen Testament heißt: »Das ängstliche Harren der Kreatur wartet
darauf, dass die Kinder Gottes offenbar werden« (Römerbrief 8, 19). Und wie
lange sollen die »Kreaturen« noch warten und weiter leiden? Letztlich ist es
auch der Ruf unserer eigenen Seele, der uns mahnt und Mut macht, uns jeden
Augenblick neu zu entscheiden, das Ebenbild Gottes in uns zu suchen und zu
finden und das Nötige zu tun. (Dr. med. C. Obreschkow)
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