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Weckt Gott auch die Asche auf? Das Sterben und die kirchlichen Lehren zum Tod flößen vielen Menschen Angst ein. Dabei ist das Unausweichliche ein ganz natürlicher Vorgang ... »Herr, gib ihm und allen Verstorbenen die ewige Ruhe! Herr, lass sie ruhen in Frieden!«, beten Priester und Pfarrer im kirchlichen Bestattungsritus. Uneinheitlich sind die Vorstellungen, für wen und wie lange diese »Totenruhe« gelten soll. In »Ruhe« würde man am liebsten auch die meisten der seit Generationen gepflegten Bestattungs-Traditionen lassen. Doch die Vorstellung, dass der Körper nach dem »letzten Weg« in einem Reihengrab in die Erde gelassen wird, dass ein Pfarrer dazu spricht und dass man später auf einem Grabstein seinen Namen verewigt sieht, widerstrebt immer mehr Menschen. Aus diesem Grund hat z. B. das Bundesland Nordrhein-Westfalen Ende des vergangenen Jahres ein neues Bestattungsgesetz erlassen – gegen den Willen und erst nach einigen Änderungen der Kirchen. So brachten die Kirchen z. B. den Teil des Gesetzes zu Fall, der vorsah, den Angehörigen die private Aufbewahrung der Asche eines Verstorbenen zu ermöglichen. Nicht verhindern konnten die Kirchenvertreter, dass die Asche in Nordrhein-Westfalen nun auch auf dem Friedhofsgelände ausgestreut werden darf (was in der Schweiz oder in den Niederlanden z. B. schon lange selbstverständlich ist) und dass man den Angehörigen die Urne wenigstens bis zur Bestattung aushändigen darf. Materialistische Vorstellungen Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Feuerbestattung in den Kirchen überhaupt abgelehnt wurde, was sich erst durch das 2. Vatikanische Konzil (1962-1965) änderte. Dies hat damit zu tun, dass man sich z. B. schwer vorstellen konnte, wie Gott beim Jüngsten Gericht den zu Asche gewordenen Leib wiedererwecken und mit der Seele vereinigen könne. Es sollte bis 1965 wenigstens noch ein Skelett als Ausgangsbasis oder gedankliche Vorstellungshilfe für die Wiedervereinigung von Seele und Körper vorhanden sein, so wie es auch in der Bibel heißt: »Ihr verdorrten Gebeine, höret des Herrn Wort! Ich will euch Sehnen geben und lasse Fleisch über euch wachsen und überziehe euch mit Haut und will euch Odem geben« (Hesekiel 37) – was eigentlich symbolisch in Bezug auf die Erneuerung Israels gemeint war. Wenn nun aber keine Gebeine mehr vorhanden seien, so das kirchliche Denken heute, so sollte nach einer Feuerbestattung wenigstens die Asche komplett erhalten bleiben. Die Kirchen fürchtet z. B. die Aufteilung der Asche auf mehrere Angehörige. Und der Beauftragte der römisch-katholischen Kirche bei der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen, Karl-Heinz Vogt, erklärte dazu: »Der Mensch ist als Ganzer ins Leben gerufen, und als Ganzer wird er auch wieder zurückgegeben an Gott – entweder als Leiche, die bestattet wird, oder eben auch als Asche, die aber eben dann als Ganzes der Erde übergeben wird« (MDR 2003). Gott eine Leiche oder Aschenreste übergeben? Ist das nicht eine durch und durch materialistische Vorstellung, die für einen Menschen, der an die Unsterblichkeit der Seele glaubt, fremd ist? Protestanten glauben nicht an Unsterblichkeit Der evangelische Beauftragte Karl Wolfgang Brandt beschwor sogar die Gefahr, dass Angehörige »einen Menschen mit seiner Asche sozusagen ins Nichts auflösen« könnten. Doch hier projiziert der Protestant die Vorstellungen seiner eigenen Kirche auf andere. Denn die evangelische Kirche lehrt nicht die Unsterblichkeit der Seele, sondern ihre Amtsträger und Theologen verkünden überwiegend einen Komplett-Tod mit Leib und Seele und eine spätere Auferweckung. So spottete z. B. Karl Barth, der als bekanntester und einflussreichster Theologe des 20. Jahrhunderts gilt: »Es bleibt kein Seelchen übrig.« Wer will also den Menschen ins »Nichts« aufgelöst sehen? Beide Großkirchen identifizieren das Wesen des Menschen in einer Weise mit dem verwesenden Leichnam bzw. der Totenasche, dass es nicht verwundert, warum man solchen Wert auf die althergebrachten Bräuche und Rituale legt. Sich von kirchlichen Vorstellungen lösen In dem Ausmaß jedoch, wie sich die Menschen von den kirchlichen Todes- und Jenseitsvorstellungen lösen können und z.B. die angebliche Notwendigkeit von Priestern und die Lehre von der ewigen Verdammnis ablehnen, kommt auch Bewegung in die Bestattungsgesetze und -formen. Eine große Hilfe für viele Menschen ist in diesem Zusammenhang der Gabriele-Brief Nr. 5, der hinter die Nebelwand von Sterben und Tod blickt. Immer mehr Menschen erkennen darin die Wahrheit aus dem Geiste Gottes, und für die Darlegungen Gabrieles gilt wie bei Jesus von Nazareth und allen Propheten und Botschaftern Gottes: Wer es fassen kann, der fasse es. Wer es lassen will, der lasse es. Nachfolgend ein Auszug: Die Seele nimmt den Atem mit »Was geschieht nach dem Leibestod? Der Tote atmet nicht mehr. Warum? Weil sich der unsichtbare Teil, den wir Seele nennen, vom Leib getrennt hat. Die Seele nimmt gleichsam das Leben, den Atem, mit, den sie langsam aus dem hinscheidenden Körper herauszieht. Das ist der so genannte Sterbevorgang. Beim letzten Atemzug stößt die Seele den Körper von sich und atmet ohne ihre materielle Hülle nach dem Ordnungsgesetz des Kosmos weiter. Da sich viele Menschen meist nicht kosmisch orientieren, sich mit der unerschöpflichen All-Energie nicht befassen und über das materielle Dasein nicht hinausblicken, flößt vielen der Sterbevorgang Angst ein … Woher kommt die Angst vor dem Unausweichlichen, dem Sterben, das ein ganz natürlicher Vorgang ist? Das bloße Diesseitsdenken der Seele führt den Menschen nur in den geistigen Tod. Die Analyse über das Leben im Strom des Lebens hingegen bringt uns das Sterben näher, das wache Hinübergehen in das Jenseits, das das Leben ist. In ruhigen Stunden denkt so mancher über das Woher und Wohin nach. Wer sich
darüber Gedanken macht, der wird sich auch mit dem Wissen beschäftigen, dass
keine Energie verloren geht. Die Natur hilft uns dabei, diese Erkenntnis zu
vertiefen. Die Natur kennt nicht die Vernichtung, sondern die Umwandlung. In der
ganzen Unendlichkeit gibt es nichts Starres, Statisches – alles fließt, alles
ist Energie. Ob es die Ur-Energie ist, die höchste Strahlung, oder die niedrig
schwingende Strahlung – es bleibt Energie. Die niedrige, die dichte Strahlung
nennen wir Materie. Nach ehernen Gesetzen der Ordnung wird sie vom Schöpfer
früher oder später wieder in Ur-Energie umgewandelt, also Dunkelheit in Licht,
Schwere in Schwerelosigkeit. Infolgedessen wird jede schwere, belastete Seele
wieder ein Lichtwesen werden, so, wie Gott es geschaut und geschaffen hat«
(Aus: Gabriele-Brief Nr. 5, Verlag DAS WORT, S. 28-30, Tel.: 09391/504-135, »Bis wir uns wieder sehen« Bis es soweit ist, bedarf es aber der Läuterung und der Reinigung jeder Seele
von allem Negativen, womit sich die Seele belastet hat. Dies geschieht in der
»Lebensschule Erde« oder in den jenseitigen Welten. Wer darum weiß, wird den
Körper oder die Asche eines Verstorbenen in Würde der Erde bzw. der Natur
zurückgeben, da ja der Körper ein Naturkörper ist. Er weiß jedoch auch, dass der
Weg der Seele im Jenseits weitergehen wird. Intuitiv wissen die meisten Menschen
darum oder ahnen, dass es so sein könnte. Deshalb wird auch das kirchliche »Ruhe
in Frieden«, das eine Endgültigkeit andeutet, angezweifelt. Oder man verwendet
die »Ruheformel« mit einem gewissen, womöglich unfreiwilligen Humor – wie z. B.
eine Frau, die auf den Grabstein ihres verstorbenen Mannes die Worte setzen
ließ: »Ruhe in Frieden. Bis wir uns wieder sehen.« Dann ist es womöglich mit der
»Ruhe« wieder vorbei. (Dieter Potzel) |
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