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»Good-Aging« Der Mensch hat zum Altern ein sehr zwiespältiges Verhältnis. Als Kind möchte er rasch alt und groß werden und im fortgeschrittenen Alter würden die meisten Menschen viel dafür geben, wenn sie wieder jung wären. Doch wie wir uns im Alter fühlen, vital und energiegeladen oder müde und gebeugt, das können wir selbst mitbestimmen – z. B. durch eine gesunde vegetarische »Good-Aging-Ernährung«. Bedingt durch die Fortschritte der Medizin gibt es immer mehr
ältere Menschen. Es ist heute schon absehbar, dass durch eine Veränderung der
Alterspyramide die sozialen Netze in der heutigen Form nicht mehr lange Bestand
haben können. Um den Einfluss der Ernährung zu verstehen, ist es zunächst erforderlich, sich mit der Biochemie und Molekularbiologie des Alterns zu beschäftigen. Der Alterungsprozess führt nicht bei allen Organsystemen zu den gleichen Leistungseinbußen. Warum altert der Körper? In der Medizin und Biochemie gibt es zahlreiche
Alterungstheorien als Erklärungsmodelle, mit denen das Phänomen Altern
naturwissenschaftlich erklärt werden soll. Unbestritten spielt die genetische
Ausstattung des Menschen eine wichtige Rolle. Sie kann einen erheblichen
Einfluss darauf haben, wie schnell und intensiv Alterungsprozesse ablaufen.
Langlebige Tiere haben z. B. eine höhere Reparaturfähigkeit für DNA-Schäden als
kurzlebige. Menschen mit genetischen Defekten in ihrer DNA-Reparatur haben eine
verminderte Lebenserwartung. Freie Radikale entstehen vermehrt bei Stress, UV-Strahlung, Ozon, Leistungssport, Genussgifte, Überernährung, Entzündungen etc. Das Überwiegen der freien Radikale zu Ungunsten der Antioxidantien wird als oxidativer Stress bezeichnet und ist der wesentliche Faktor für zelluläre Alterungsprozesse. Mit zunehmendem Lebensalter kommt es zu vermehrten Schäden und Strukturänderungen wichtiger Biomoleküle:
Die DNA in jeder Zelle erleidet pro Tag ca. 55.000 Einzelstrangbrüche, die wieder repariert werden müssen. Welche Rolle spielt die Ernährung? Durch die Art der Ernährung können zelluläre Altersprozesse
entweder beschleunigt oder verlangsamt werden.
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass
bei einer vitalstoffreichen und kalorisch knappen Ernährung die Bildung freier
Radikale im Stoffwechsel vermindert ist (z. B. dinner canceling).
Pflanzliche Nahrungsmittel 1995 wurde erstmals der ORAC-Test in der Lebensmittelchemie und
Ernährungsmedizin eingeführt. ORAC heißt Oxygen Radical Absorbing Capacity und
bedeutet Redoxkapazität für Sauerstoffradikale. |
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