Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Oktober 2005


Katholischer Professor gibt zu:

"Die Verheißungen durch den damaligen Papst gleichen den Aufrufen Osama bin Ladens"

Die Kreuzzüge sind noch nicht vorbei

Der weltweite islamistische Terrorismus versteht sich als eine Antwort auf die kirchlichen Kreuzzüge der Vergangenheit und gegen das Kreuzfahrertum der Gegenwart. Dieses furchtbare Kapitel der Kirchengeschichte ist bis heute nicht wirklich aufgearbeitet. Lesen Sie nachfolgend zwei Meldungen aus der Rubrik Das Weisse Pferd aktuell aus dem Jahr 2005.

Ausmerzen für ein kirchliches Königreich

5.5.2005 - Kinostart von "Königreich der Himmel" - Der Kreuzzugswahn ist noch nicht überwunden. Noch relativ milde kam die Kirche in der aufwändigen Hollywood-Produktion über die Kreuzzüge davon. Wem jedoch das, was er gesehen hat, schon ausreicht, der kann sich überlegen, warum er noch Mitglied ist. Der bekannte deutsche Philosoph Karl Jaspers warnte z. B. davor, dass der "biblisch fundierte Absolutheitsanspruch" der Kirchen nach wie vor "ständig auf dem Sprung" stehe, "von neuem die Scheiterhaufen für Ketzer zu entflammen (Der philosophische Glaube, 9. Auflage, 1988, S. 73). Wer es nicht glaubt? In der aktuellen Lehrbuchsammlung der katholischen Kirche von Josef Neuner und Heinrich Roos, Der Glaube der Kirche in den Urkunden und Lehrverkündigungen, neu bearbeitet von Karl Rahner und Karl-Heinz Weger wird u. a. ohne jeglichen kritischen Kommentar die "Glaubenswahrheit" Nr. 382 dargelegt, in der es heißt: Die Kirche muss "mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte." Und der Abt Bernhard von Clairvaux (1091-1153), der durch seine Kreuzzugspredigten den grausamen Tod zahlloser Menschen auf dem Gewissen hat, wird seit 1179 bis heute in der römisch-katholischen Kirche als "Heiliger" verehrt. Ihm ist auch der 20.8. als Namenstag gewidmet und er wurde 1830 gar zum "Kirchenlehrer" erhoben. Das sind nur wenige Beispiele. Wie praktisch "ausgemerzt" wurde, lesen Sie auch in drei Artikel in der Zeitschrift "Das Weisse Pferd", v. a. im ersten Artikel über die Eroberung Jerusalems durch die Kreuzfahrer im 1. Kreuzzug 1099. Der zweite Artikel weist auf den Kreuzzug gegen die christlichen Katharer hin und der dritte behandelt ausführlich den Krieg der Kirche gegen die christlichen Arianer (siehe unten).

Papst Urban II. und Osama bin Laden

30.10.2005 - Römisch-katholischer Professor gibt zu: "Die Verheißungen durch den damaligen Papst gleichen den Aufrufen Osama bin Ladens" - "Bin Laden in der Tradition von Papst Urban II." lautete die Überschrift in zahlreichen Tageszeitungen (z. B. Main-Echo 29./30.10.), welche eine Meldung der Katholischen Nachrichtenagentur KNA verbreiteten. Darin heißt es wörtlich: "Nach Meinung des katholischen Augsburger Theologen Klaus Kienzler ´wurzelt die fundamentalistisch-islamische Dschihad-Idee in den christlichen Kreuzzügen`. Die arabischen Kriegsherren hätten zur Zeit Saladins (1138 bis 1193) den ´heiligen Krieg` der römischen Westkirche übernommen, um muslimische Kämpfer für die Rückeroberung Jerusalems zu motivieren, sagt Kienzler bei einem Vortrag in der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität. Der Hass zwischen Christen, Juden und Muslimen sei erst durch die Kreuzzüge entstanden. Der Fundamentaltheologe zitierte einen Kreuzzugsaufruf Papst Urbans II. (1088 bis 1099) und erklärte dazu: ´Die Verheißungen des Paradieses für die christlichen Märtyrer durch den damaligen Papst gleichen den Aufrufen Osama bin Ladens.`" 
Dies wiegt umso schwerer, da sich die römisch-katholische Kirche bis heute nicht von ihrem "Heiligen Vater" Urban II. distanziert hat, obwohl zeitgleich mit Clemens III. ein zweiter Papst regierte (1080 bis 1100), den z. B. die damalige deutsche Bischofskonferenz als den rechtmäßigen betrachtete und dessen "moralische Integrität" auch von seinen Gegnern "anerkannt" wurde (Wikipedia-Internet-Enzyklopädie zu Clemens III.). Doch der Vatikan entschied sich für den Mordbrenner Urban II., der die Kreuzzüge ins Leben rief, als den rechtmäßigen "Heiligen Vater". So könnte man einmal mehr grundsätzlich fragen: Wer sitzt eigentlich auf dem Stuhl Petri?

Lesen Sie dazu:
Über die geistigen Wurzeln des Holocaust: Die Kreuzzüge - die brutale Vernichtung Andersgläubiger
http://www.das-weisse-pferd.com/98_ex/kreuzzuege.html
http://www.das-weisse-pferd.com/98_ex/katharer.html
http://www.das-weisse-pferd.com/00_01/arianer.html   

Aktuell: Im so genannten Elisabeth-Gedenkjahr 2007 ehrt die Kirche nicht nur die "Heilige" Elisabeth von Thüringen, sondern auch ihren Beichtvater Konrad von Marburg, einen der gewalttätigsten Kreuzzugsprediger des 13. Jahrhunderts.
Mehr dazu siehe www.theologe.de/elisabeth_von_thueringen.htm

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