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Die Bergpredigt des Jesus von
Nazareth |
Die Höllenpredigt des Antichristen
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Als Er aber das Volk sah, ging Er auf einen Berg und setzte sich, und
Seine Jünger traten zu Ihm.
Und Er tat Seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
Die Seligpreisungen
Selig sind, die da geistlich arm sind, denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn
sie sollen satt werden.
Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gottes Kinder
heißen.
Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer
ist das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um Meinetwillen schmähen und
verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen.
Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt
werden. Denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch
gewesen sind. |
Und es begab sich, daß einer aus der Tiefe der Tiefe emporstieg. Durch
einen geheimen Gang gelangte er an den Grund des Meeres, das ihn an sein
Ufer ausspie, von wo er begann, großen Zauber und Blendwerk zu tun, auf
daß er die Menschen verblende – ihnen den Verstand raube und ihr
Gewissen betäube und alle Moral und Ethik verkehre in ihr Gegenteil, auf
daß er seinen Anhang mehre und alle Welt ihm diene.
Und sein Gebot lautete: Unterwirf dich mir, und sei mir hörig, auf daß
du unfrei und gebunden meine Macht, mein Ansehen und meinen Ruf, der
Greuel, Gewalt und Schrecken ist, mehrest, so daß sich jede Kreatur, zu
Wasser, zu Lande und in der Luft, mir unterwerfe!
Und als er sah, daß das dumme, eingeschüchterte Volk, die Mitläufer und
Jasager, ihn nicht erkannten, ging er in die Stadt der sieben Hügel, und
das blinde Volk lief ihm nach wie eine große Hammelherde.
Und von dort tat er seinen Mund auf und lehrte sie klug und mit Arglist:
Die Glückseligen
- Beglückt sind die Sophisten und Intellektuellen, denn ihrer ist das
Erdreich mit allen seinen Schätzen aus Gold, Edelsteinen, Erdöl und
Bodenschätzen.
- Beglückt sind die, welche ihren Nächsten schwere Lasten aufbinden und
sie demütigen und strafen, denn sie haben Macht und Gewalt über die
Unterworfenen.
- Beglückt sind die Despoten und Tyrannen, denn sie triumphieren über
Verängstigte und Jasager.
- Beglückt sind die Spötter, Frevler, Mörder, die Trunkenbolde und
Hurensöhne, denn sie dienen dem, der ihnen Reichtum, Macht und Ansehen
vor den Menschen verleiht.
- Beglückt sind die Gewalttäter und Totschläger und all ihre
Helfershelfer, denn sie sind der Anhang des Herrschers dieser Welt und
werden von ihm gespeist und getränkt.
- Beglückt sind die Verräter, die Wortverdreher und Irrlehrer, denn
ihrer ist das Reich dieser Welt und das der Unterwelt, denn das Reich
des Lichtes halten sie vor den Menschen verdunkelt.
- Beglückt seid ihr, wenn euch die Menschen huldigen und dienern und
euch nach dem Munde reden – wenngleich sie nicht wissen, was sie tun –
und euch ihre Mittel und Rechte abtreten, auf daß ihr schalten und
walten könnt, wie es mir gefällt. |
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Salz und Licht
Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit
soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als daß man es wegschüttet
und lässt es von den Leuten zertreten.
Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge
liegt, nicht verborgen sein.
Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel,
sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind.
So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke
sehen und euren Vater im Himmel preisen.
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Vom Dung und Rauch
Ihr seid der Dung der Erde, denn wo nicht Moder und Dreck, Unflat und
Verbrechen ist, da ist für mich kein Nutzen.
Ihr seid wie Qualm und Rauch, und so ihr nicht wäret, würde man eine
lichte Stadt auf einem Berge sehen, die ich fürchte und die im
Verborgenen bleiben soll. |
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Jesu Stellung zum Gesetz
Ihr sollt nicht meinen, daß Ich gekommen Bin, das Gesetz oder die
Propheten aufzulösen; Ich Bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu
erfüllen.
Denn wahrlich, Ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht
vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es
alles geschieht.
Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute
so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und
lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.
Denn Ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der
Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich
kommen.
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Mein ist das Gesetz
Ihr sollt wissen, daß ich gekommen bin, euch mein Gesetz zu bringen, das
ich mit Feuer und Schwert jedem einbrennen werde, bis das eine neue –
meine – Weltordnung entstanden ist. Und seid gewiß: Ich werde nicht
ruhen oder Frieden geben – und sollten dabei Himmel und Erde vergehen,
bis ich meinen Willen durchgesetzt habe. Und ich sage euch – wer es
wagt, mir entgegenzutreten oder mich anzuzweifeln, den werde ich
heimsuchen und zerschmettern, auf daß ein Exempel statuiert sei, an dem
sich jeder ein Beispiel nehme.
Und so verkünde ich euch mein Gesetz, auf daß ihr, die Schöntuer und
Wohlredner, es der Herde, den dummen Schafen, einflößt, wie immer es
auch möglich ist.
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Vom Töten
Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist (2. Mose 20,13; 21,12): „Du
sollst nicht töten“; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig
sein.
Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts
schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!, der ist des
Hohen Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr!, der ist des höllischen
Feuers schuldig.
Darum: Wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und dort kommt dir in
den Sinn, daß dein Bruder etwas gegen dich hat, so laß dort vor dem
Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem
Bruder und dann komm und opfere deine Gabe.
Vertrage dich mit deinem Gegner sogleich, solange du noch mit ihm auf
dem Weg bist, damit dich der Gegner nicht dem Richter überantworte und
der Richter dem Gerichtsdiener und du ins Gefängnis geworfen werdest.
Wahrlich, Ich sage dir: Du wirst nicht von dort herauskommen, bis du
auch den letzten Pfennig bezahlt hast. |
Vom Töten
Dazumal hörtet ihr, daß der, welcher tötet, des Gerichts schuldig sei,
sogar schon jener, der seinem Bruder zürne. Und wer seinen Bruder gar
einen Narr nenne, der brenne im höllischen Feuer.
Glaubet es nicht! Gehet hin – mordet und brennet! Quält und misshandelt
die Alten, die Frauen und Kinder und alle Kreatur, die da kreucht und
fleucht.
Komme und huldige mir und verfluche deinen Bruder und verfolge ihn und
opfere ihn mir. Streite mit jedermann, und setze dich durch, wie immer
es auch gehen mag, ganz gleich, um welchen Preis.
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Vom Ehebrechen
Ihr habt gehört, daß gesagt ist (2. Mose 20,14): „Du sollst nicht
ehebrechen.“
Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat
schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.
Wenn dich aber dein rechtes Auge zum Abfall verführt, so reiß es aus. |
Vom Ehebruch
Dazumal hörtet ihr auch, ihr sollet die Ehe nicht brechen, mehr noch:
Wer eine Frau nur ansehe, sie zu begehren, der habe schon die Ehe mit
ihr in seinem Herzen gebrochen.
Glaubet das nicht! Redet wohl so – doch haltet euch nicht daran; denn,
wie ihr spürt, ist das Fleisch schwach und verlangt seine Befriedigung.
Betrügt und lügt, treibt Unzucht – je mehr, je lieber; je jünger, je
besser; denn wer dem Trieb verfallen ist, den habe ich sicher in meiner
Hand. |
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Vom Schwören
Ihr habt weiter gehört, daß zu den Alten gesagt ist (3. Mose 19,12;
4. Mose 30,3): „Du sollst keinen falschen Eid schwören und sollst dem
Herrn deinen Eid halten.“
Ich aber sage euch, daß ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei
dem Himmel, den er ist Gottes Thron; noch bei der Erde, denn sie ist der
Schemel Seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn sie ist die Stadt des
großen Königs.
Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören; denn du vermagst nicht
ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen.
Eure Rede aber sei: Ja, ja: nein, nein. Was darüber ist, das ist vom
Übel.
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Vom Schwören
Auch habt ihr gehört, daß gesagt wurde, daß ihr keinen falschen Eid
schwören und dem Herrn euren Eid halten sollt. Daß ihr weder beim Himmel
noch bei der Erde schwören sollt, auch nicht bei der Stadt Jerusalem
oder eurem Haupt. Daß eure Rede sei: ja, ja – nein, nein; denn alles
andere sei von Übel.
Das fordert von den Unterjochten! Doch selber redet mit gespaltener
Zunge – so, wie die Schlange selbst redet. Redet wortreich und
verworren, auf daß man euch nicht verstehe oder festlegen könne, so daß
ihr letztlich gar nichts sagt und ihr so auf den Köpfen derer, die euch
anhimmeln, herumtanzen könnt, ganz wie es euch beliebt. Lügt und
betrügt, und mehret meine Macht. |
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Vom Vergelten
Ihr habt gehört, daß gesagt ist (2. Mose 21,24): „Auge um Auge, Zahn um
Zahn.“
Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstreben sollt dem Übel, sondern: Wenn
dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar.
Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem laß
auch den Mantel.
Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei.
Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir
borgen will.
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Vom Vergelten
Und weiter hören die Alten den Satz: Auge um Auge, Zahn um Zahn, was aber
durch die Liebe Gottes und die Lehre Christi richtiger heiße: „Widerstrebe
nicht dem Übel, sondern halte lieber deine zweite Wange hin, bevor du dich
versündigst, und wenn einer von dir deinen Rock fordert, gib ihm den Mantel
dazu, und wer dich nötigt und zwingen will, dem gib gleich doppelt und wende
dich nicht ab von dem, der dich bittet, oder von dem, der bei dir borgen
will.“
So lehrt es! Und dann bittet – und bittet und bittet von denen, die schon
wenig haben, auf daß sich eure Kammern und Truhen füllen und sie ausbluten.
Verhöhnt und verspottet jene, die euch geben, und haltet sie hin und lullt
sie ein mit scheinheiligem Gerede! Aber von euren Schätzen gebt nichts her.
Und so sich euch einer widersetzt, quält und misshandelt ihn öffentlich mit
der scheußlichsten Folter; hängt ihn am Hals auf, ersäuft ihn im Wasser,
schlagt ihm Hände und Füße ab, schändet die Frauen und demütigt die Männer,
zerschlagt ihre Leiber und werft sie den wilden Tieren vor, auf daß kein
Mensch auf der Erde mehr wage, sich mir zu widersetzen. Und so einer sein
Recht von euch fordert, zahlt es ihm bitter heim: Raubt ihm alles, und
zerschlagt sein Hab und Gut. Lästert und spottet – je toller, je lieber.
Denn Tyrannei und Terror waren schon immer größer als Liebe und Vernunft.
Schafft euch immer einen Sündenbock, auf den ihr deutet, damit das Volk
weiß, wo es hinspucken und seine Steine hinwerfen muß – versäumt es nie,
denn sonst treffen sie euch.
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Von der Feindesliebe
Ihr habt gehört, daß gesagt ist (3. Mose 19,18): „Du sollst deinen Nächsten
lieben und deinen Feind hassen.“
Ich aber sage euch: „Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch
verfolgen, damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn Er lässt Seine
Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und
Ungerechte.
Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben?
Tun nicht dasselbe auch die Zöllner?
Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes?
Tun nicht dasselbe auch die Heiden?
Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.
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Von der Feindesliebe
Auch habt ihr gehört, eure Feinde zu lieben und Gutes zu tun denen, die euch
hassen, damit ihr wahrlich Kinder Gottes, eures Vaters im Himmel, seid, denn
ihr sollt vollkommen werden, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.
Laßt das nicht zu! Verführt und verderbt sie, auf daß sie aus ihren Sünden
nicht mehr herausfinden und ihnen vor ihrer eigenen Erbärmlichkeit ekelt.
Peitscht sie an zu sündigen und haltet sie glaubend, ihr allein hättet
Macht, die Sünden zu vergeben, auf daß sie ewig abhängig bleiben von eurem
Wohlwollen. Führt sie in Tempel aus Stein und Glas, auf daß sie nicht in den
eigenen inneren Tempel finden, worin jeder seine Kindschaft erkennt und sich
in seiner Reinheit und Vollkommenheit schaut. Hütet dieses Geheimnis, damit
die Mitläufer und Jasager auf immer Kinder dieser Welt bleiben.
Schafft Feindbilder und haltet sie aufrecht und mehret den Hass unter den
Völkern, auf daß der Krieg – das Morden, Metzeln und Schlachten – kein Ende
finde auf Erden.
Und so die Witwen, Mütter und Waisen jammern und klagen ob des Greuels des
Krieges: Schickt wortgewaltige Redner aus, und lasst nicht ab, vom Krieg zu
predigen: „er ist gerecht – er ist gerecht – er ist gerecht“, bis daß sich
ihr Verstand umnebelt und sie es selber glauben. Zeugt Kinder und verhindert
es nicht, denn ich brauche Soldaten, damit das Brennen und Morden kein Ende
findet.
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Vom Almosengeben
Habt acht auf eure Frömmigkeit, daß ihr die nicht übt vor den Leuten, um von
ihnen gesehen zu werden; ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im
Himmel.
Wenn du nun Almosen gibst, sollst du es nicht vor dir ausposaunen lassen,
wie es die Heuchler tun in den Synagogen und auf den Gassen, damit sie von
den Leuten gepriesen werden. Wahrlich, Ich sage euch: Sie haben ihren Lohn
schon gehabt.
Wenn du aber Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen, was die
rechte tut, damit dein Almosen verborgen bleibt; und dein Vater, der in das
Verborgene sieht, wird dir’s vergelten. |
Vom Almosengeben
Gebt acht, daß euch die Leute sehen auf den Plätzen und Straßen und euch
schon an euren Kleidern erkennen und daß sie glauben, wie fromm ihr seid.
Und so ihr Almosen gebt, nehmt sie von anderen im Verborgenen, so daß keiner
weiß woher, und dann schenkt sie mit großer Gebärde, auf daß die Armen und
Hungernden glauben, ihr hättet es ihnen getan. Seid schlau und gebt gerade
so viel, daß sie nicht aufhören, von eurer Güte und Barmherzigkeit zu reden. |
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Vom Beten. Das Vaterunser
Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den
Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten
gesehen werden. Wahrlich, Ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.
Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und
bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das
Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.
Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie
meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.
Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft,
bevor ihr Ihn bittet.
Darum sollt ihr so beten:
Unser Vater im Himmel!
Dein Name werde geheiligt.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen
Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer
himmlischer Vater auch vergeben.
Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure
Verfehlungen auch nicht vergeben.
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Vom Beten
Und wenn ihr Kriege führt, lasst ganze Nationen fromme Sprüche plappern mit
ihren Mündern – doch haltet die Herzen kalt – etwas anderes wäre gefährlich.
Und wenn sie beten – lasst sie nicht darüber nachdenken, was sie beten; am
besten, sie beten gar nicht. Und so sie nach dem Reich Gottes fragen, das da
kommen solle, so schiebt es hinaus in eine ferne, ferne Zukunft, und macht
daraus eine Utopie und führt ihnen immer wieder die eigene Unfähigkeit vor
Augen, auf daß sie an sich selbst zweifeln und vom Glauben abfallen.
Laßt sie Formeln und Verse plappern, die keinen Sinn haben, und führt sie so
im Kreis, wie man Ochs und Esel im Kreis laufen lässt, damit sie für euch
dreschen und arbeiten, auf daß es euch gut gehe.
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Vom Fasten
Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer dreinsehen wie die Heuchler; denn sie
verstellen ihr Gesicht, um sich vor den Leuten zu zeigen mit ihrem Fasten.
Wahrlich, Ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.
Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit du
dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten, sondern vor deinem
Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht,
wird dir’s vergelten.
Vom Schätzesammeln und Sorgen
Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der
Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen.
Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen
und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen.
Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.
Das Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so wird dein
ganzer Leib licht sein.
Wenn aber dein Auge böse ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn
nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die
Finsternis sein!
Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den
andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten.
Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
Darum sage Ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken
werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das
Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?
Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie
sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.
Seid ihr denn nicht viel mehr als sie?
Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie
sehr er sich auch darum sorgt?
Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an,
wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.
Ich sage euch, daß auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet
gewesen ist wie eine von ihnen.
Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und
morgen in den Ofen geworfen wird: sollte Er das nicht viel mehr für euch
tun, ihr Kleingläubigen?
Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir
trinken? Womit werden wir uns kleiden?
Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß
ihr all dessen bedürft.
Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach Seiner Gerechtigkeit, so wird
euch das alles zufallen.
Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine
sorgen. Es ist genug, daß jeder Tag seine eigene Plage hat.
Vom Richtgeist
Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.
Denn nach welchem Recht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit
welchem Maß ihr messt, wird euch zugemessen werden.
Was siehst du aber den Splitter in deines Bruder Auge und nimmst nicht wahr
den Balken in deinem Auge?
Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter
aus deinem Auge ziehen?, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge.
Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du
den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst.
Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr
nicht vor die Säue werfen, damit sie nicht zertreten mit ihren Füßen und
sich umwenden und euch zerreißen.
Von der Gebetserhörung
Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so
wird euch aufgetan.
Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da
anklopft, dem wird aufgetan.
Wer ist unter euch Menschen, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot,
einen Stein biete? Oder, wenn er ihn bittet um einen Fisch, eine Schlange
biete?
Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben geben
könnt, wieviel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die Ihn
bitten!
Vom Tun des göttlichen Willens
Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch!
Das ist das Gesetz und die Propheten. Geht hinein durch die enge Pforte.
Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt,
und viele sind’s die auf ihm hineingehen.
Wie eng ist die Pforte und wie schmal der Weg, der zum Leben führt, und
wenige sind’s, die ihn finden.
Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch
kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.
An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben lesen von
den Dornen oder Feigen von den Disteln?
So bringt jeder gute Baum gute Früchte, aber ein fauler Baum bringt
schlechte Früchte.
Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler Baum
kann nicht gute Früchte bringen.
Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer
geworfen.
Darum: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.
Es werden nicht alle, die zu Mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich
kommen, sondern die den Willen tun Meines Vaters im Himmel.
Es werden viele zu Mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in
Deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in Deinem Namen böse Geister
ausgetrieben? Haben wir nicht in Deinem Namen viele Wunder getan?
Dann werde Ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von
Mir, ihr Übeltäter!
Vom Hausbau
Darum, wer diese Meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann,
der sein Haus auf Fels baute.
Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und
stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet.
Und wer diese Meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten
Mann, der sein Haus auf Sand baute.
Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und
stießen an das Haus, da fiel es ein, und sein Fall war groß.
Und es begab sich, als Jesus diese Rede vollendet hatte, daß sich das Volk
entsetzte über Seine Lehre;
denn Er lehrte sie mit Vollmacht und nicht wie ihre Schriftgelehrten. |
Vom Schätzesammeln
Und so ihr es so haltet, wird es euch gut ergehen, und ihr werdet
Schätze und Reichtümer sammeln, und ihr werdet groß sein vor den Menschen
und sie richten und verurteilen, gerade wie es mir gefällt. Und so ihr mir
dient, werde ich euch alles geben, was ihr begehrt – denn ihr bauet mein
Reich und mehret meine Macht.
Vom Tun seines Willens
Und so ihr meinen Willen tut, werdet ihr wandeln auf prächtigen Straßen, und
euer Reichtum und Ansehen wird kein Ende haben; denn ich habe es geschafft,
euch an mich zu binden und die Massen wie Sklaven zu halten, damit sie daran
arbeiten, was mein Ziel ist und was niemand weiß – auch nicht die Reichen
und Herrscher dieser Welt.“
Nachwort:
Und der, der aus der Tiefe der Tiefe kam, lehrte und herrschte in der Stadt
der sieben Hügel, denn das dumme Volk erkannte ihn nicht und verlieh ihm
Kraft und Macht, indem sie taten, wie er ihnen gebot.
Und sie spotteten und lästerten Gott und missbrauchten Seinen Namen.
Und Er, der Ewige, ließ es geschehen, auf daß sich jeder an seinen Früchten
selbst erkenne, die da sind: Not und Elend, Armut und Finsterns, Angst und
Schrecken, Greuel und Zerstörung, Tod und Siechtum.
Und als die Zeit gekommen war, tat sich die Erde auf und verschlang den, der
gekommen war, die Menschen zu verblenden und zu verführen, und mit ihm
seinen ganzen Anhang mitsamt ihren abscheulichen Werken. Und das Meer ergoß
sich über sie und es ward ein neuer Himmel und eine neue Erde |