Während der
Fußballweltmeisterschaft 1998 in Frankreich machten gewalttätige Hooligans aus Deutschland
von sich reden. Unglaubliche Brutalität und Zerstörungswut schon bei jungen Leuten ...
Das viel beredete Konfliktpotential jugendlicher Gewalttäter entlud sich auf furchtbare
Weise.
Apropos "Konfliktpotenzial": War das nicht das Stichwort für
die Einsetzung der "Sekten-Enquete" des Deutschen Bundestags, die sich nunmehr
als weltanschauliche Wichtigtuerei entpuppte? Wie wäre es, wenn die soeben arbeitslos
gewordenen Bonner Konfliktforscher sich zur Abwechslung einmal ein wirklich gefährliches
Konfliktpotential vornehmen würden - die zunehmende Gewaltbereitschaft Jugendlicher?
Die politische Leidenschaft, die Auswirkungen bestimmter
Religionsgemeinschaften zu analysieren, käme da nicht zu kurz. Man könnte beispielsweise
die Konfessionszugehörigkeit von Hooligans und anderen Schlägertrupps untersuchen. Man
könnte vielleicht auch der Frage nachgehen, inwieweit die Gewaltbereitschaft lutherischen
Denkens und die Höllenängste, die in katholischen Religionsstunden verankert werden, die
Jugendlichen in ihre Exzesse treiben. Schließlich stammen die meisten aus katholischen
und protestantischen Familien und nicht aus "gefährlichen Sekten", die man auf
der Stelle - zu Recht - verbieten würde, wenn sie solche Früchtchen hervorbrächten.
Kommissionsmitglieder, die tiefer schürfen wollen, könnten auch das
Verhältnis der Kirchen zum Töten ein wenig unter die Lupe nehmen. Das 5. Gebot -
"Du sollst nicht töten" - wurde in neuen Bibelübersetzungen bekanntlich
entschärft und heißt nunmehr: "Du sollst nicht morden". Haben die Kirchen
damit nicht die Hemmschwelle zum Töten herabgesetzt? In "gerechten Kriegen"
wird es sogar ausdrücklich erlaubt; und wo noch die Todesstrafe praktiziert wird,
geschieht dies ebenfalls mit päpstlicher Billigung.