Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 15/98

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Medizin und innere Religion

Als die Mediziner die Meditation entdeckten ...

Ein attraktives Model sitzt in Meditationshaltung, Elektroden an Schläfen und Stirn, dahinter sichtbar die abgeleiteten Hirnstromkurven. Meditation als Medizin steht unter dem Titelbild (Stern Nr. 29/1998). Was sucht die Schulmedizin in der Meditation?

Etablierte Ärzte in New York, so heißt es, wollen erproben, "wie kranke Menschen von Meditation profitieren, wie regelmäßige Übungen die Linderung oder Heilung ihrer Leiden fördern können. Ihren Mentor fanden die Wissenschaftler im Dalai Lama ..." Vor allem Fred Epstein, Neurochirurg in New York, will "die Meditation auf ein seriöses Fundament stellen - weg von der Esoterik" (ebenda).

Bekanntlich kann Meditation Alpha- und Thetawellen im Gehirn erzeugen, die für Ruhe und Entspannung stehen. Der Hirnrhythmus verlangsamt sich, der Endorphin-Spiegel steigt, wodurch u. a. Schmerz weniger empfunden wird. Der Stoffwechsel wird herabgesetzt, Herzschlag und Atmung beruhigen sich, der Blutdruck sinkt. Da fragt man sich, warum Ärzte nicht schon längst Meditation "verschrieben" haben.

Doch wenn sich Mediziner jetzt der Meditation annehmen, dann tun sie’s auf ihre Weise - "auf einem seriösen Fundament", und vor allem "weg von der Esoterik". Soll das etwa heißen, dass schon in Kürze Ärztevertreter über die "Zulassung" von Meditationsverfahren entscheiden?

Und was heißt "seriöses Fundament"? Kollegen haben ihnen erzählt, dass Entspannung, Atemübungen und Meditation Kranken helfen konnte. So gingen z. B. während eines achtwöchigen Kurses am Medical Center der Universität von Massachusetts die Beschwerden um 25 % zurück, psychische Symptome wie Angst und Depression um 32 %. Das neue Konzept heißt "Komplementärmedizin" - Medizin unter Einbeziehung von Meditation und "Body-Mind-Techniken".

Doch was ist wahre Meditation? Das Wort kommt von lateinisch meditari - nachsinnen, über etwas nachdenken, sich versenken, sich verinnerlichen. Meditation ist ihrem Wesen nach ein uralter Bestandteil der inneren Religion. Die innere Religion will die Menschen zurück zu ihrem Ursprung führen, zu Gott in uns, weil im Innersten des Menschen der Geist Gottes wohnt. Es wird zugleich der Weg aufgezeigt, wie das Göttliche im Menschen wieder erschlossen werden kann.

Aus dem so genannten christlichen Abendland war Meditation so gut wie verschwunden. Warum? Weil viele an einen Gott glaubten, den man im Tabernakel besuchen kann, wenn man möchte, und der im Alltag wieder entfernt von einem ist. Wer Gott in Steinhäusern sucht, bedarf nicht der Meditation. Gott aber wohnt nicht in Tempeln, die von Menschenhand erbaut sind. Gott wohnt im Inneren der Seele. Jesus sprach: "Das Reich Gottes ist inwendig in euch." Paulus sagte: "Ihr seid der Tempel des Heiligen Geistes." Wahre Meditation ist nichts anderes als der Beginn des Weges nach Innen, in den inneren Tempel. Das Ziel ist die Reinigung der Seele von den Schatten des Menschlichen, damit sie vom göttlichen Strom wieder ganz durchdrungen werden kann.

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Über die östlichen Religionen wurde Meditation im Westen in der breiten Öffentlichkeit wieder bekannt, nicht zuletzt auch durch die Person des Dalai Lama. Doch brauchen wir die Anleihe bei fernen Religionen? Zum inneren Christentum gehörte immer schon das Element der Meditation in dieser oder jener Form. Weil das Wort inzwischen zu einem Modewort geworden ist, verwendet man im Universellen Leben bei der Vorbereitung für den Inneren Weg nicht mehr unbedingt das Wort "Meditation". Der Kurs trug zuletzt den Titel »Urchristliche Bewusstseinserweiterung im Bewusstsein des Jesus, des Christus.«

Mehr zum "Inneren Weg" siehe:
http://www.das-wort.com/deutsch/der-kosmische-weg/lebensschule-zur-lebensbemeisterung-band-1.php


 



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