Er dauerte von 1096 bis 1099 und endete mit
einem grausamen Blutbad an der moslemischen Bevölkerung Jerusalems.
Er wütete: "Die Ungläubigen haben es gewagt, die heilige
Stadt Christi, die geweiht worden ist durch sein Leiden und seine Auferstehung,
unerträglicher Knechtschaft zu unterwerfen. Die Ungläubigen müssen für ihr dreistes
Verbrechen, für ihr barbarisches Verhalten bestraft werden."
Urban versprach allen, die "ihr Leben verlieren ... in der
Schlacht gegen die Heiden", dass ihnen in jener Stunde ihre Sünden vergeben
werden. Die Menge vor der Kathedrale ließ sich aufhetzen und rief: "Gott will
es!"
Für den zweiten Kreuzzug (1147-1149) legte sich vor allem der
"heilige" Bernhard von Clairvaux ins Zeug. Dies sei ein "heiliger
Krieg" und: "Der Kämpfer Christi kann ruhigen Gewissens töten ...
tötet er, so arbeitet er für Christus ... Der Tod der Heiden gereicht zu seinem Ruhm,
denn er bedeutet den Ruhm Christi".

1099: Die Kreuzfahrer richten bei der
Eroberung Jerusalems ein Blutbad an
Am Freitag, den 15. Juli 1099 eroberten die Kreuzfahrer unter Gottfried
von Boullion Jerusalem. Es war der Höhepunkt des ersten Kreuzzugs. Ein
Augenzeuge und Chronist schrieb unter anderem: "Am Mittwoch und am
Donnerstag griffen wir die Stadt mit Gottes Hilfe von allen Seiten Tag
und Nacht an. Bevor wir jedoch zu stürmen begannen, bestimmten Bischöfe
und Priester durch Predigen und Ermahnen, dass alle für Gott eine
Prozession um Jerusalem herum unternehmen und nach Kräften beten,
Almosen geben und fasten sollen. Am frühen Morgen des Freitag wurde das
Zeichen zum Generalangriff gegeben; ... Als aber die Stunde herankam, in
der unser Herr Jesus Christus für uns die Schmach des Kreuzes auf sich
nahm ... ergriffen alle Verteidiger die Flucht. Unsere Leute verfolgten
sie auf der Mauer und durch die Stadt und töteten und verstümmelten sie.
Das ging bis zum Tempel Salomos; dort gab es dann ein solches Gemetzel,
dass wir bis zu den Knöcheln tief im Blut der Feinde standen ... Bald
liefen unsere Leute durch die ganze Stadt und machten Beute von Gold,
Silber, Pferden und Maultieren, indem sie Häuser voller Güter
plünderten. Dann kamen sie alle voll Begeisterung und vor lauter Freude
weinend am Grab unseres Heilandes Jesus zusammen; sie beteten es an und
weihten ihm ihr Leben. Am darauf folgenden Morgen stiegen sie leise auf
das Dach des Tempels, griffen die Männer und Frauen der Sarazenen an und
schlugen ihnen mit dem blanken Schwert die Köpfe ab" (Gesta Francorum
et aliorum Hierosolomitanorum lib.10, c 37f., herausgegeben von R. Hill,
London 1962, zitiert nach Reinhold Mokrosch, Herbert Walz, Kirchen- und
Theologiegeschichte in Quellen, Band II, Mittelalter, Neukirchen 1980)
- eine besonders bestialische Verhöhnung des friedfertigen Mannes aus
Nazareth durch die römisch-katholische Kirche.
Und an den
Kreuzfahrerstraßen des Jahres 1096 ereigneten sich zuvor nicht nur
Judenpogrome. Es war zugleich der eigentliche Beginn des europäischen
Antisemitismus (Friedrich Heer). In den KZs erreichte er seinen
furchtbaren Höhepunkt. Die NSDAP-Zeitung Der Stürmer hat sich nicht zu
Unrecht auf den Franziskaner Johannes Capistrano berufen, der als erster die
Ausrottung der Juden in Zentraleuropa propagierte. Es scheint, dass die katholische
Kreuzzugsidee die ganze nachfolgende Weltgeschichte vergiftete.