Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 11/99

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Urchristen in Jugoslawien - Sie lesen in "Das ist mein Wort"

"Dieses Buch ist unsere Kraftquelle"

Auch in Serbien leben Urchristen. Wie es ihnen im Krieg geht, wie sie mit den Bombardements leben, schildert der Bericht eines freien Mitarbeiters unserer Zeitung, der sie Ende Mai im Krisengebiet besuchen konnte.

Die Geschwister aus Serbien bedanken sich ausdrücklich und herzlich für alles, was ihnen seit Jahren an geistigem Brot gereicht wird, denn: "Ohne geistige Hilfe und ohne Inneren Weg", so eine Frau aus Belgrad, "wären wir in dem Bombenhagel, im äußeren Chaos und in der Armut wie Waisenkinder, wie Kinder ohne Eltern."

Zur Lage im Land

50 % aller Brücken sind zerstört, 30 % aller Schulen sind zerstört oder am Unterrichten gehindert. Immer häufiger werden auch Krankenhäuser und Wohnviertel Zielscheibe der Bomber. Durch die Bombardierung sind schätzungsweise 2.000 Menschen in Serbien (außerhalb des Kosovo) ums Leben gekommen. Arbeit gibt es nur noch wenig und wenn, dann gibt es kaum Lohn dafür. Die Nachfrage nach Lebensmitteln wird dafür immer größer, und das Angebot immer kleiner. Dementsprechend wuchern die Preise. Bei vielen gehen die Geldreserven zu Ende.

Dazu kommt die ökologische Katastrophe, die durch die Bombardierung der Petrochemie und der Treibstofflager auch die Nachbarländer zunehmend bedroht. Viele Menschen in Serbien klagen bereits über verschiedene Beschwerden und trauen sich kaum noch, sich im Freien zu bewegen. Oft muss die Bevölkerung nach der Bombardierung in den Häusern bleiben und die Fenster geschlossen halten. Die Urchristen berichten, dass sehr oft schwarze Wolken am Himmel zu sehen sind - mal tiefer, mal höher. Sie sagen, dass die psychische Belastung am schlimmsten ist, vor allem durch das ständige Donnern der Flugzeuge. Sie kommen in der Regel vormittags, nachmittags und ab Mitternacht bis vier oder fünf Uhr in der Früh. Die Menschen haben kaum noch Gelegenheit, sich zu erholen oder ein paar Stunden ruhig und tief zu schlafen. Sombor und Belgrad haben sie bis jetzt über 30 mal bombardiert und über 100 mal überflogen. Das Nervenkostüm der Menschen und auch der Tiere ist derart überstrapaziert, dass man sich es kaum vorstellen kann.

Durch Kriegsrecht in Schach gehalten

In Serbien werden die Menschen durch das Kriegsrecht in Schach gehalten. In Montenegro ist ein Bürgerkrieg nur noch eine Frage der Zeit. Die orthodoxe Kirche ruft in den Medien und in den Kirchenpredigten ständig zu einem gerechten Verteidigungskrieg auf. Alle, die nicht denken wie die Politiker und die Kirche, gelten als Landesverräter. Die Menschen in Serbien sind weder für Milosevic noch für die NATO. Sie sind enttäuscht und orientierungslos.

Die NATO-Kampfflugzeuge bombardieren aus einer Höhe von 10.000 m, weil die serbische Artillerie nur bis zu 9.000 m treffsicher sei. Es werden aber nach serbischen Berichten trotzdem NATO-Flugzeuge abgeschossen. Es gebe Augenzeugenberichte aus Novi Sad, Belgrad, Aleskinac und Nis. Fürchtet man im Westen, dass bei Bekanntwerden "eigener" Opfer die Stimmung gegen den Krieg wächst?

Viele Menschen wirken hilflos. Sie fühlen sich betrogen und von allen verlassen. Immer wieder ist zu hören: Ist das die hoch gelobte westliche Demokratie? Nein, die wollen wir nicht!

Viele fragen auch: Wer hat überhaupt ein Interesse, diesen Krieg zu führen? Der Gott, den uns die Kirche predigt, hilft uns nicht. Es muss einen Gott geben, und wenn es ihn gibt, warum lässt er uns leiden? (siehe unser Artikel dazu). Immer mehr fragen sich die Menschen, was man tun könnte, um zum Frieden zu kommen, vor allem auch zum Frieden im eigenen Inneren. Man spürt: Die Menschen lernen immer mehr aufeinander zu zu gehen, weg vom Denken der Gleichschaltung. Man erlebt immer wieder Versöhnung auf der Straße oder im Schutzkeller. Nachbarn reden wieder miteinander und helfen sich gegenseitig.

Unsere Freunde berichten weiter: "Einer ist für den anderen da, und es wächst etwas zwischen uns, was wir neu erfahren dürfen - echte Freundschaft, vielleicht Geschwisterlichkeit und Vertrauen zu Gott. Wir helfen uns, soweit es geht, untereinander mit Nahrung, Geld und anderer Hilfe. Die Angehörigen machen mit. Es gibt natürlich auch schwierige Situationen, besonders wo jetzt die Nahrungsvorräte und das Geld knapp werden. Vor 10 Tagen wussten wir nicht, wie wir mit einer Situation fertig werden sollten, und wir beteten gemeinsam zu Gottes um Hilfe. Und die Hilfe kam."

Vaterworte - auch für Dich

"Wir lesen oft in Das ist Mein Wort über die Zeit, in der wir leben und auch über die Zeit danach. Dieses Buch ist eine Kraftquelle. Erst jetzt im Bombenhagel lernen wir ernsthaft, Gottes Gesetze, schrittweise zu beachten und sie umzusetzen; und zwar im Umgang mit allen, womit wir in Berührung kommen - Menschen, Tiere, Pflanzen, Wasser, Luft, Erde und Mineralien. Wir haben keine Zeit, uns zu überlegen: Bereinigen wir etwas oder nicht? Denn die Bomben pfeifen uns um die Ohren, und du weißt nicht, ob du im nächsten Augenblick noch lebst." "Lernst du nicht, an deinen Nächsten und an sein Wohl zu denken, dann bist du von Angst und Sorgen befallen und wirst verrückt", versichern uns einige unserer Gesprächspartner. Und sie fügen hinzu: "Nur soweit wie wir bereit sind, auf Gott zu bauen und Ihm zu vertrauen, nur soweit sind wir frei und furchtlos im Bombenhagel. Jeder Gedanke an dein persönliches Wohl wirkt wie eine Spritze, die dich zu Lähmung, Angst und Verzweiflung führt."

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Eine Frau erzählt: "In der Stadt kam eine verzweifelte Frau zu mir und erzählte mir ihre aussichtslose Lage. Sie sprach laut und vorwurfsvoll. Nach zehn Minuten wurde sie etwas ruhiger und fragte mich plötzlich: ‘Warum bist du so ruhig? Warum hörst du mir überhaupt zu? Hast du keine Probleme in dieser chaotischen Zeit?’ Ich sagte: ‘Doch, aber ich lerne, damit umzugehen.’ Sie bat mich, ihr zu zeigen, wie man es lernen kann, ruhig zu bleiben.

In der Stille bat ich Christus, dieser Schwester zu helfen. Sie merkte, dass ich nicht sofort reagierte und sagte: Du hast bestimmt ein Buch, wo du so etwas lesen kannst. In dem Moment erinnerte ich mich, dass ich in meiner Tasche das Büchlein Vaterworte - auch für Dich hatte und gab ihr das kleine Buch. Die Frau nahm es. Sie las einige Sätze darin, umarmte mich, dankte dafür und ging ihres Weges. Nach dieser Begegnung erinnerte ich mich an eine Frage, die ich eines Morgens nach einer Bombennacht hatte: Hat mein Dasein noch einen Wert? Heute weiß ich es - mein Dasein hat einen Wert. Ich bin glücklich und danke dem Vater für die Begegnung mit der Frau, der ich einfach ruhig zugehört hatte."


Literaturhinweis: Die beiden Bücher Das ist Mein Wort und Vaterworte auch an Dich sind im Verlag Das Wort erhältlich, für jeweils 19,80 € bzw. 10,00 € plus Versand, 09391/504-135; siehe auch:
http://www.das-wort.com/deutsch/gottesprophetie-aktuell/das-ist-mein-wort---alpha-und-omega.php

http://www.das-wort.com/deutsch/bewusstes-leben/vaterworte.php

Sowie alle Bücher auf Serbisch:
http://www.rec.co.rs/index.php


 




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