Das Weisse Pferd - Urchristliche Zeitung für Gesellschaft, Religion, Politik und Wirtschaft

Ausgabe 15/99

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Weltfinanzsystem

"Heute stehen wir am Abgrund, morgen sind wir schon einen Schritt weiter"

Hochrangige Finanzfachleute aus fünf Ländern sehen das Weltfinanzsystem in einem alarmierenden Zustand und "in starkem Kontrast zu dem, was das Publikum gewöhnlich vorgesetzt bekommt". Dies berichtet der Wirtschafts-Informationsdienst Geld&Money Intelligence.

In den USA bestehe eine "Finanzblase", wie sie in Japan 1989 aufgetreten sei - also eine künstliche Aufblähung des Spekulationssektors und der Aktienmärkte, denen keine realen volkswirtschaftlichen Werte gegenüberstünden. Jeder wisse es, doch "die Banken operieren unter der Prämisse, dass sie im Ernstfall die ersten am Ausgang sein werden".

Die Gewinne vieler US-Unternehmen seien durch statistische Tricks verzerrt und lägen in Wirklichkeit niedriger. Ein Teil des Lohnes werde in Aktienoptionen ausbezahlt, die nur auf dem Papier ein so hoher Wert seien - und bei der nächsten Aktienbaisse verschwinden. Die Banken - nicht nur in den USA - erwirtschaften ihre Gewinne zunehmend aus Spekulation. Auch Zentralbanken beteiligen sich an riskanten Hedge-Fonds, die eine Art Wetten über mögliche Kursverläufe abschließen. Die Notenbanken von Italien und Spanien waren in den Zusammenbruch des LTCM-Fonds verwickelt. Fazit: "Heute stehen wir am Abgrund, morgen sind wir schon einen Schritt weiter."

Lesen Sie dazu auch:
Weltwirtschaft am Abgrund in Nr. 20/1998

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