Genforschung
und Gentechnik
Schöner neuer
Mensch?
Ab 1. September
1999
können menschliche Gene und Zellen sowie gentechnisch veränderte Tiere und Pflanzen auch
in Europa patentiert werden. Genforscher und Pharmafirmen rechtfertigen dies als
Voraussetzung für die gewerbliche Nutzung der Bausteine des Lebens zum Wohle der
Menschheit. Skeptiker fragen, welches Wohl die Bioingenieure dabei im Auge haben, wenn sie
das Leben zur Ware machen.
 Spiegelt
Picassos Bild die Zerrissenheit des neuen Menschen? Statt innerer Wandlung erstrebt er
äußere Änderungen.
Dr.
Frankensteins Werkzeugkasten
Seit einigen Jahren arbeiten
Tausende von Wissenschaftlern mit Hunderten von Computern an der Entschlüsselung des
menschlichen Genoms. Eine gigantische Datenbank ist im Entstehen, aus der man die
Werkzeuge für gentechnische Diagnosen und Therapien entnehmen will. Die ersten
Patentanmeldungen in Amerika nehmen sich noch relativ harmlos aus - Glatzen-Gene,
Arthritis- und Bluthochdruck-Gene ... Doch bald werden Intelligenz-Gene, Gefühls-Gene,
Gedächtnis-Gene und andere Merkmale der menschlichen Persönlichkeit gentechnisch
identifiziert, katalogisiert und patentiert sein. Und dann gilt, was in der
Militärtechnik schon hundertfach bewiesen wurde: Die Werkzeuge, über die der Mensch
verfügt, wendet er auch an.
Das Experimentierfeld
Zunächst war nur von
gentechnischen Eingriffen in die Körperzellen erwachsener Menschen die Rede. Doch immer
ungenierter kommt nun zum Vorschein, worum es wirklich geht. Auf einem Symposium der
Universität von Kalifornien in Los Angeles ließ der Gen-Forscher, John Campbell, die
Katze aus dem Sack: "Wir haben jetzt die Fähigkeit, Techniken zu entwickeln, mit
denen wir schon in den Keimzellen genetische Erkrankungen bekämpfen und die Qualität des
menschlichen Lebens verbessern können. Es wird Zeit, die Früchte von einem Jahrhundert
Genforschung zu ernten."
Die Versuche mit der Zeugung und Reifung von Embryonen im Labor, teils
vertuscht, teils offen eingestanden, sind der Schritt, die letzten Tabus zu brechen. Die
Gen-Ingenieure lassen menschliche Eier außerhalb des Körpers reifen, klonen einstweilen
Schafe, flicken Tieren fremde Gene in die Keimbahn, transplantieren Hirngewebe, suchen das
Intelligenz-Gen und diskutieren immer offener auch die Möglichkeit der Menschenklonung.
Der Homunkulus in der Retorte wird immer wahrscheinlicher.
In manchen Forschungsinstituten will man dem Kunstprodukt Mensch sogar
Mikrochips implantieren, um seine Kommunikationsfähigkeit zu erhöhen. Immerhin ist dies
an der Universität Tokio bei Küchenschaben bereits gelungen, die man zu fernsteuerbaren
Biorobotern umrüstete - einsetzbar zur Pflanzenbestäubung oder als Mini-Spione für
Nachrichtendienste. Sollte das Horrorszenario einer Verbindung von Elektronik und
menschlichem Organismus eines Tages Wirklichkeit werden, wäre dieser Zwitter der
natürliche Partner der künstlichen Intelligenz hoch gezüchteter Roboter.
Der
"optimierte" Mensch
Der bekannte Physiker Stephen
Hawking konstatiert: "In gewisser Hinsicht muss die Menschheit ihre geistigen und
physischen Fähigkeiten verbessern, wenn sie sich mit einer zunehmend komplexen Welt um
sie herum auseinandersetzen will ... Wenn biologische Systeme ihren Vorsprung vor
elektronischen behalten wollen, müssen diese ohnehin ihre Komplexität erhöhen. Hawking
prophezeit, dass der Mensch einen "optimierten Menschen erschaffen" werde.
Dieser werde gewaltige soziale und politische Probleme mit sich bringen.
Aber er wird kommen, "ob wir wollen oder nicht". Hermann Josef Muller,
Nobelpreisträger und Entdecker der DNA, des Stoffs, aus dem die Gene sind, schwärmte
bereits vor Jahrzehnten von der "Idee der Kontrolle der menschlichen Evolution durch
den Menschen selbst". Und der kalifornische Biologe Gregory Stock stellte die Frage:
"Wer wird dann nicht ein Kind mit einer zusätzlichen Lebenserwartung von 10 oder 20
Jahren haben wollen? "Extraausstattungen" werden eine große Zukunft haben,
schreibt Lee Silver in seinem Bestseller Das geklonte Paradies: "Niemand will doch ein durchschnittliches Kind haben. Ist es eine
(unzulässige) Verbesserung, wenn ich mein Kind mit etwas ausstatte, das andere Kinder von
Natur aus haben?" Und der eingangs zitierte Genetiker John Campbell forderte mit
sieben weiteren prominenten US-Wissenschaftlern auf dem Symposium in Los Angeles, die
Keimbahntherapie endlich freizugeben.
Er stellt sich vor, dass in jeder Generation die Eltern ihre Kinder mit
den neuesten und besten genetischen Errungenschaften ausstatten wollen. Fehlerhafte
Einbauten würden dadurch auch ihre Schrecken verlieren. Man bastelt sich seine Kinder
nach Gutdünken zurecht. Doch wenn man in die Keimbahn eingreift, werden diese
Manipulationen an die nachfolgenden Generationen weitergereicht.
Wird der
Mensch zum Monstrum?
Was sich hier abzeichnet, ist
das alte Programm, sein zu wollen wie Gott. Es verkleidet sich als "Fortschritt zum
Wohle der Menschheit" und ist im Grunde nichts anderes als die dämonische
Kampfansage einer rein materialistischen Denkweise gegen ein gottbezogenes Menschenbild.
Das gentechnisch geschaffene Kunstprodukt namens Mensch wird zur Marionette genetischer
Fremdprogramme.
Es wird sich selbst kaum mehr spüren, seine Gefühle und Empfindungen; es
wird sich deshalb selbst nicht mehr erkennen und sein Gewissen mehr und mehr verlieren. Es
wird Krankheit und Leid künstlich eliminieren, seine natürlichen Lebenszyklen
verlängern, sich selbst, seinen Mitgeschöpfen und Gott gegenüber immer fremder werden.
Denn ein solches manipuliertes Wesen erfasst nicht mehr, welche Aufgabe die im Körper
einverleibte Seele hat: In genau dieser Lebens-Situation zu wachsen und zu reifen, um Gott
und dem Nächsten näher zu kommen.
Die derzeitige weltweite Zunahme von Krankheiten und Seuchen macht es den
Drahtziehern dieser Entwicklung leichter, ihre Ideen durchzusetzen. Denn die herkömmliche
Medizin stößt immer häufiger an ihre Grenzen und lässt den Ruf nach neuen Wegen lauter
werden. Es ist kein Zufall, dass Klonforscher Richard Seed betont, vor allem verzweifelte
Eltern todkranker Kinder hätten ihn bestärkt, weiterzumachen. Solche und ähnliche
Argumentationen werden in Zukunft noch zunehmen - immer dann, wenn es darum geht, ein
weiteres ethisches Tabu zu brechen, ob es um den genetisch veränderten "Menschen
nach Maß" geht, um Züchtung von menschlichen Organen oder um das Klonen ganzer
Menschen.
In dem Buch Sein Auge*
ist aufgezeigt, was letztlich hinter dieser Entwicklung steht: Der
"Dämon" bzw. die "Drahtzieher" aus jenseitigen Bereichen nutzen das
Leid der Menschen für ihre Zwecke. Es heißt: "Der Dämon gibt seine wahren
Absichten nicht denen preis, die durchführen sollen, was er geplant hat. Vordergründig
beauftragt er seine Helfershelfer, seine ihm Hörigen, das zu reparieren, was die gesamte
Menschheit einschließlich der Naturwissenschaften im Laufe der Jahrhunderte an der Natur
verübt hat. Das erscheint vielen begründet und vernünftig; sie meinen, es sei eine gute
und vernünftige Aufgabe."
Der innere
Schutz
Während die Lehre des Jesus
von Nazareth dem gottfernen Menschen sagt: Werde wieder vollkommen, bereue dein
Fehlverhalten, bereinige es und tue Gleiches und Ähnliches nicht mehr, stellt ihm der
"Dämon" neue Gene, Organe und Mikrochips in Aussicht. Anstelle der inneren
Vervollkommnung tritt eine äußere Perfektionierung ohne Rücksicht auf die inneren
Folgen. Während Jesus von Nazareth seine Botschaft an alle Menschen guten Willens
richtet, sind die Errungenschaften der Medizin- und Computertechnik nur für reiche
Menschen erschwinglich.
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