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Mitglied der
päpstlichen AkademieKatholischer Wissenschaftler plant Kopftransplantation
Prof. Dr.
Robert White (73) ist ein angesehener Mann: Neurochirurg in
Cleveland/Ohio, praktizierender Katholik, Mitglied der Päpstlichen
Akademie der Wissenschaften ... Und er will kranken Menschen helfen,
deren Körper durch eine Lähmung oder unheilbare Krankheit weitgehend
zerstört oder durch Organschäden vom Absterben bedroht ist: Prof. White
will den Kopf solcher Patienten auf einen anderen Körper, etwa den eines
Unfallopfers mit Kopfverletzungen, verpflanzen. Im "frühen 21.
Jahrhundert" soll es soweit sein.
White hat solche Verpflanzungen bereits Dutzende Male an Affen erprobt.
Gegenwärtig können die Tiere mit dem fremden Körper zwar einige Zeit überleben, doch
sie bleiben gelähmt. Die vielen hunderttausend Stränge, mit denen einzelne
Körperteile und das Hirn miteinander verbunden sind, können die Ärzte noch nicht
zusammenflicken. Gelähmte Personen könnten also nach einer solchen Operation zwar nicht
gehen - aber ihr Leben könnte verlängert werden, falls ihr bisheriger Körper nicht mehr
lebensfähig wäre.

Auch dieser Wahnsinn hat Methode: Der Kopf soll
einen
neuen Körper bekommen. Dieser bleibt jedoch gelähmt.
"Chirurgen retten Leben, indem sie die verschiedensten Organe
verpflanzen, auch Herzen und Lungen sowie beides zusammen", kommentiert die Münchner
tz. "Macht es da wirklich einen Unterschied, wenn die Persönlichkeit - samt
Seele im Gehirn lokalisiert - gleich einen kompletten Körper bekommt?" Der
Kommentator lehnt dies für sich zwar ab - doch die Frage bleibt offen: Was ist der
Unterschied?
Wer die Organverpflanzung bejaht, muss eigentlich auch dieser
"Weiterentwicklung" zustimmen. Wer jedoch an die Existenz einer Seele glaubt,
der weiß, dass sich diese eben nicht nur im Gehirn befindet, sondern als "zweiter
Körper" in allen Zellen des physischen Leibes zu Hause ist und diesem ihre Denk- und
Verhaltensmuster eingeprägt hat. Die Seele ist bis zum Tod intensiv mit dem Körper
verbunden und betrachtet diesen - zurecht - als ihr Haus. Wie kann sie sich aus dem
Körper lösen, wenn dieser weiterlebt? Wird sie nicht versuchen, den "neuen"
Kopf einfach mit zu vereinnahmen? Wie wird die andere Seele darauf reagieren, die bisher
in diesem Kopf gewohnt hat? Wer wird stärker sein?
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Wenn die Kirche Wissenschaftler
mit solchen Plänen in ihren Reihen nicht nur duldet, sondern ehrt, so zeigt sie damit,
dass sie nicht die geistige Weiterentwicklung der Seele anstrebt, sondern die geistige
Verwirrung und das Chaos auf dieser Erde und darum herum fördert. Der
"Durcheinander-Werfer" heißt auf griechisch: Diabolos. Mehr zum Thema: Ausgaben Nr.
17/1998,
4/1999,
5/1999,
3/2003 |
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