Gott schweigt nicht

Wenn der Vatikan nicht durch seine Gottferne für Gottesworte taub geworden wäre, wüsste er, dass Gott nicht schweigt, sondern unüberhörbar spricht – durch die Offenbarungen aus der göttlich-geistigen Welt, vermittelt durch das prophetische Wort Gabrieles, der Prophetin und Botschafterin Gottes für die Jetztzeit. Durch sie kam es erstmals im Jahr 1980 und erneut im Jahr 1992 zu einer brieflichen Botschaft an den Vatikan. Es handelt sich nicht um gewöhnliche Briefe; auch nicht um Briefe, durch die ein erleuchteter Mensch den Papst aufrütteln will. So etwas gab es in der 2000jährigen Kirchengeschichte bekanntlich schon öfter. Im vorliegenden Fall geht es noch um mehr. Denn der Christus-Gottes-Geist selbst offenbarte darin durch Seine Prophetin zweimal eine Botschaft an den Papst. Nachfolgend veröffentlichen wir erstmals Auszüge aus dem Brief aus dem Jahr 1992, der auf den vorausgegangenen Brief im Jahr 1980 Bezug nimmt. Es handelt sich um den wichtigsten Brief, den ein Papst je erhalten hat, denn er stammt von Christus.

»Vor vielen Jahren bat Ich die Obrigkeiten der katholischen Kirche, Mich, Christus, durch Meine Prophetin anzuhören; denn Ich spreche nicht die Sprache der Menschen. Da Ich nicht mehr Mensch Bin, bedarf es eines Instrumentes. Ich, Christus, wollte Meine Prophetin in den Vatikan senden, um den Obrigkeiten zu offenbaren, wie es mit ihrer Kirche steht, die Meinen Namen trägt – jedoch nicht die Kirche Christi ist.
I
ch bedarf nicht der Obrigkeiten, sondern der demütigen Brüder und Schwestern, die in Mir, dem Geist des Christus, leben. Ich, Christus, bedarf nicht der goldverbrämten Paläste, der Roben und der Menschen, die sich mit ihrem Habitus und ihren Lehrmeinungen über Gott, Meinen Vater, stellen, die Meinen Namen missbrauchen und das Wort des Ewigen durch die Propheten in den Schmutz treten.
Dies und weiteres wollte Ich ihnen offenbaren, ihnen die Hand reichen, um sie aus dem Gefängnis ihres Ichs und aus dem Tyrannisieren ihrer Nächsten herauszuführen. ...
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or vielen Jahren, als Ich, Christus, Mein Wort den Obrigkeiten der katholischen und der protestantischen Kirche übermitteln ließ, hatten sie noch eine Chance zur Umkehr, nämlich durch die Einkehr in ihr Inneres – denn auch sie sind der Tempel Gottes, in welchem Gott wohnt.
Meine Bitte an die kirchlichen Obrigkeiten lautete sinngemäß, ihren Habitus, das menschliche Ich, abzulegen und das Volk aufzuklären, dass es unter dem Missbrauch Meines Namens jahrhundertelang durch sie verführt wurde.
W
eiter offenbarte ich Mich sinngemäß: Die Voraussetzung für das Entstehen einer wahren christlichen Kirche wäre, dass die Obrigkeiten, einerlei, welchen Rang und Titel sie bekleiden, ihre Würden ablegen und Brüder unter Brüdern werden, also Geschwister – auf dass es auf Erden so werde wie im Himmel. Voraussetzung hierfür wäre auch, dass die Vertreter der katholischen Kirche alles, was einst ihre Institution auf den Raubzügen den Ländern entwendet hat, zurückgeben. Weiter hieß es sinngemäß in Meinem Wort, dass sie den Reichtum und den Besitz ihrer Institution aufteilen sollen, so dass immer weniger Menschen hungern und darben müssen. Mit ähnlichen Aussagen richtete Ich, Christus, Mich auch an die Bischöfe der evangelischen Kirche.
W
as geschah jedoch? Mein Wort wurde nicht ernst genommen, Mein Instrument, Meine Prophetin, wurde verunglimpft und der Lächerlichmachung preisgegeben. Mein Wort wurde verschmäht, ähnlich, wie Ich als Jesus von Nazareth verschmäht wurde und auch das Wort des ewigen Vaters durch Mich, den Menschensohn, Jesus.
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ie Zeit, in der sich die katholische und die evangelische Kirche hätten besinnen können, ist abgelaufen. Jetzt kommt die Zeit, da die Steine reden werden; denn von den Festungen des Katholizismus und des Protestantismus wird kein Stein mehr auf dem anderen bleiben – auch nicht von den Einrichtungen, die im Missbrauch Meines Namens geschaffen wurden.
D
ie Obrigkeiten beider Institutionen haben ihre Häupter nicht gebeugt. Es ist vorbei mit dem äußeren Schaugepränge. So steht es schon in den Gestirnen geschrieben, und das, was dort verzeichnet ist, wird sich auf der Erde, nach und nach, erfüllen.
Ich, Christus, Bin der Retter. Ihr, Meine Brüder, die ihr euch die Obrigkeiten eines schon sinkenden Schlachtschiffes nennt – denn ihr habt die Menschen verführt und hinschlachten lassen -, rettet eure Seelen, denn eure Körper können nicht mehr gerettet werden. ...
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etzt geht Mein Wort hinaus zu den Menschen aller Völker, weltweit. Ich spreche über den Äther und rufe Meine Kinder, Meine Herde zu werden. Wer Mich heute vernehmen möchte, der kann Mich weltweit hören und Meine Botschaft auch lesen; denn Ich Bin Christus, der Retter, und nicht der Zerstörer. Ich allein Bin der Hirte Meiner Schafe, und Meine Schafe werden mehr und mehr Meine Stimme erkennen.
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ieses Mein Wort geht noch einmal an den so genannten Stellvertreter in der katholischen Kirche, an alle Kardinäle und Bischöfe. Ich rufe ihnen zu: Rettet eure Seelen!
Meine Prophetin sende Ich euch nicht mehr – das hätte vor Jahren geschehen können. Denn jetzt, in dieser mächtigen Umwandlungszeit, komme Ich, Christus, der Erde immer näher. Deshalb erschallt nun auch Mein Wort durch Meine Prophetin weltweit zu allen Menschen, die guten Willens sind. Ich, der Eine Hirte, hole Meine Schafe in das Innere zurück, zum Licht des ewigen Vaters, und geleite Meine Herde in das absolute Sein, in den Frieden, in die Harmonie, in das Gesetz der ewigen Liebe.
A
uch euch, die ihr euch noch immer die Obrigkeiten nennt, ist dieser Weg beschieden. Wann ihr euren Habitus ablegt, das bestimmt das Gesetz von Saat und Ernte. Und wann ihr den Weg nach Innen – denn das Reich Gottes ist inwendig in jedem Menschen – gehen werdet, das bestimmt ihr selbst; denn jede Seele und jeder Mensch ist Träger des freien Willens aus Gott. ...
I
ch Bin der Retter, Christus, auch für die Seelen, die sich heute noch als Menschen die Obrigkeiten ihrer Institutionen nennen. Ich Bin Christus in Gott, eurem und Meinem Vater.
Ich Bin der Hirte Meiner Herde und der Prophetische Geist. Durch Mein Instrument erhebe Ich, Christus, abermals Meine Stimme an die kirchlichen Obrigkeiten, die Ich schon vor vielen Jahren durch dieses Instrument gemahnt habe, um ihnen die Hand zur Hilfe zu reichen.
I
ch Bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Ich Bin der Ich Bin, Christus. ...«

Der vollständige Text dieser Christus-Botschaft an den Papst und seine Kardinäle wurde am 23. März 1992 im Vatikan übergeben, und der Eingang des Briefes amtlich bestätigt.
Die merkwürdigen Äußerungen der Kirchenführer zu Weihnachten (ausführlich siehe unten) zeigen erneut, dass sie sich dieser Botschaft verschlossen haben. Ihre Aussagen über das Schweigen Gottes, dessen angeblichen Rückzug bzw. das Versteckspiel Gottes werfen ein Schlaglicht auf die Situation der römisch-katholischen Institution. Es ist freilich nicht das erste Mal, dass sie unter Beweis stellt, dass sie von der Gottesbotschaft des Jesus von Nazareth wenig verstanden hat. Ungewollt lenkt der jüngste Blackout der Kirchenoberen die Aufmerksamkeit erneut auf die Frage nach dem Sinn des Erdengangs des Gottessohnes.

Warum musste Christus Mensch werden?

Dieser Frage ging Gabriele am 22.12.2002 beim Weihnachtsgastmahl der Urchristen im Universellen Leben nach. Sie sagte dazu sinngemäß:

Beginnen wir bei Abraham. Abraham lehrte den Einen Gott. Seine Familie verwarf ihn, weil sie der Vielgötterei angehörte, doch Abraham hörte die Stimme des Einen Gottes und folgte dieser. Er selbst war ebenfalls geprägt von der Vielgötterei, die auch bei ihm immer und immer mal wieder durchkam. Aber die Stimme des Einen Gottes war für ihn das A und O, sie war für ihn alles.
Er zog durch die Lande und lebte so, wie es ihm der Eine Gott offenbarte, doch er konnte Ihn nicht immer verstehen, weil in seinen Gehirnzellen noch der Götterglaube gespeichert war. So geschah manches, was er nicht verstehen konnte, das er aber gutgläubig so tat, wie Gott es wollte.

Es kamen in der Zeit immer wieder Propheten, und es kam Mose. Mose führte die Israeliten aus Ägypten. Die Israeliten hingen an den Fleischtöpfen, doch Mose lehrte sie ganz allmählich den Einen Gott. Die Israeliten waren immer wieder unzufrieden, weil der Eine Gott nicht das tat, was sie von der Vielgötterei her wollten. So fielen sie immer wieder in die alte Tradition zurück, den vielen Göttern zu huldigen und ihnen Opfer darzubringen. Gott sprach zu Mose – und Mose ging auf den Berg Sinai; er empfing die Zehn Gebote. Als er vom Berg herabstieg, sah er, was das Volk tat: Einige Sprecher sammelten Armbänder, Halsketten – also Gold und Silber –, verschmolzen diese und schufen ein Goldenes Kalb. Um dieses Goldene Kalb tanzten die Israeliten; sie verehrten wieder die vielen Götter und riefen sie an zum Wohle ihres physischen Leibes.

Als Mose das sah, zerschlug er die Zehn Gebote; er zerschlug auch das Goldene Kalb. Mose empfing wieder die Gebote. Wie es jedoch mit den Israeliten weiterging, kann nachgelesen werden: Sie brauchten ihre Priester, die sie einkleideten; sie brauchten ihre Opfer, die sie auch Mose zuschoben; sie brauchten ihre Fleischtöpfe – und Mose lehrte die Zehn Gebote. Sie nahmen die Zehn Gebote an, doch lebten sie danach?
Nach Mose kamen immer wieder Propheten, die mahnten und die letztlich dann – wie z. B. Jesaja – auf den größten Propheten aller Zeiten hinwiesen. Er kam. Warum musste Jesus, der Christus, kommen? Diese Frage müssten wir uns heute alle stellen: Warum? Weil die Zehn Gebote Gottes, Auszüge aus dem ewigen Gesetz für die Menschen, nicht an- und aufgenommen wurden. Die Menschen haben die Gebote wohl angenommen, doch wenige haben danach gelebt.

Mit dem Fallgeschehen war es so weit, dass es nahe an der Auflösung aller Formen war. Die Teilkraft der Ur-Kraft – Jesus, der Christus – brachte aus Seinem göttlichen Erbe Energie in die Seelen der Menschen, wir nennen diese Energie die erlösende Kraft. Das war der Stopp der Auflösung. Infolgedessen kann das ewige Sein, das Reich Gottes, die Erde, können die Planeten, auch die verdichteten Planeten in ihrer geistigen Existenz nicht aufgelöst werden. Die Materie muss sich umwandeln, aber das Geistige, die geistige Substanz, wird niemals aufgelöst, aufgrund der Kraft des Christus Gottes. Es ist die Kraft der Erlösung, es ist die Kraft der Befreiung, es ist die Kraft, die mit dem ewigen All-Gesetz in Kommunikation steht und die nie und nimmer aufgelöst werden kann.
Jesus brachte also diese Energie. Infolgedessen bleibt das Reich Gottes bestehen. Alle reinen Formen bleiben bestehen. Sie können sich nicht auflösen, dank der erlösenden Kraft des Christus Gottes.

Die Atmosphärische Chronik kommt ins Schwanken

Was ist nun, nach zweitausend Jahren? Haben die Menschen die Lehre des Jesus, des Christus, - z. B. die Bergpredigt – an- und aufgenommen? Haben sie die Gebote Gottes, die auch Jesus lehrte, an- und aufgenommen? Ist die Masse der Menschen erfüllt von den Gesetzmäßigkeiten des Lebens, die Mose brachte und Jesus, der Christus? Wie sieht es heute aus?

Das Geistige, das Göttliche, wird sich nicht auflösen. Die Welt wird sich auflösen, nicht die Erde, nicht die kosmischen Planeten. Die Welt zerstört sich selbst.
Was wäre, wenn heute Mose unter uns wäre? Die Zehn Gebote könnte er leicht zerschlagen, denn sie haben an Wert und Gewicht kaum zugenommen, aber das Goldene Kalb könnte er heute nicht mehr zerschlagen, es ist inzwischen milliardenschwer geworden – letztlich durch die Menschen.
Wie zu Mose Zeiten wurde das Goldene Kalb errichtet, und zweitausend Jahre lang wurde es genährt. Die Menschen leisteten dem Goldenen Kalb ihren Tribut, ihre Abgaben, und es wurde milliardenschwer. Doch Christus bleibt der Sieger!
Der Zahn der Zeit nagt am Goldenen Kalb, und die für Christus sind, werden Christus nachfolgen. Das Goldene Kalb wird zusammenbrechen, denn Jesus, der Christus, ist der Sieger!
Wenn wir heute Weihnachten feiern – gleichsam einen Weihnachtszauber mit Freude und so manch scheinheiligem Wort über Frieden und Einheit –, so müssen wir erkennen: Jesus, der Christus, musste kommen, weil die Gebote nicht an- und aufgenommen, also nicht gelebt wurden. Das milliardenschwere Goldene Kalb muss zerrinnen, denn es kündet nicht von der wahren Lehre; es hat nur den Namen des Jesus, des Christus, genommen und über sich gelegt. – Doch Jesus, der Christus, ist der Sieger!

Die Atmosphärische Chronik kommt immer mehr ins Schwanken und kommt herab auf alle Menschen, die sich dem milliardenschweren Kalb zugehörig fühlen; die weder warm noch kalt sind, weder für noch gegen Ihn. Es baut sich die Christus-Atmosphäre auf für eine neue Erde. Und die Christus-Atmosphäre, die sich aufbaut, bereitet auch den neuen Himmel auf, denn was sich im Positiven in den Menschen und auf der Erde tut, wirkt sich auch in den materiellen Formen, in den Planeten, aus. Eine Riesenumwandlung ist im Gange durch die Christus-Atmosphäre, denn es geht kein Wort der Wahrheit verloren; es geht kein göttlicher Gedanke, keine innere Empfindung verloren. Sein Wort geht nicht verloren, und Er spricht seit nahezu 28 Jahren. Die Christus-Atmosphäre baut sich auf, und über die Christus-Atmosphäre: ein neuer Himmel und eine neue Erde.
 

Der Anlass, erneut auf die Botschaft an den Vatikan hinzuweisen, sind Äußerungen des katholischen Kirchenoberhauptes in der Vorweihnachtszeit 2002 zum angeblichen Schweigen Gottes. Nachfolgend eine Zusammenfassung und Kommentierung des Ereignisses.

Der Papst kapituliert –
Christus bleibt der Sieger

Kenner der kirchlichen Lehre sind es gewohnt, dass sie dem gesunden Menschenverstand und den geltenden Regeln der Logik vieles zumutet – von der Jungfrauengeburt bis zur magischen Verwandlung von Brot in das Fleisch des Erlösers, von der Zeugung einer unsterblichen Seele durch sterbliche Menschen, bis hin zu der Annahme, Gott sei die Liebe, aber würde dennoch den größten Teil der Menschheit ewig verdammen. Es gab Kirchenlehrer, die aus der Not solcher Widersprüche eine Tugend machten und trotzig erklärten: »Gerade weil es absurd ist, glaube ich es.« Doch da sind offenbar immer noch Steigerungen möglich, wie jüngst der Papst und einer seiner Kardinäle bewiesen.

Ausgerechnet der Mann, der seit 25 Jahren als »Stellvertreter Gottes auf Erden« auftritt, erklärt Ende 2002 einer in die größte Not ihrer Geschichte geratenen Menschheit: Gott schweigt. Er hat sich, angewidert vom Verhalten der Menschen, zurückgezogen und sich in Seinen Himmel eingeschlossen. Die so genannte Christenheit nahm diese Worte ohne Aufschrei hin, obwohl sie auch für gläubige Schafe der kirchlichen Herde ein Alarmsignal sein könnten, im Grunde eine Bankrotterklärung ihres obersten Führers, der als Stellvertreter eines angeblich angewiderten Gottes eigentlich abdanken müsste.
Doch um das Maß voll zu machen, meldete sich noch ein Zweiter zu Wort – Kardinal Josef Ratzinger, oberster Glaubenshüter der römisch-katholischen Institution. Ihm fiel zu Weihnachten der Gedanke ein, dass zwischen Gott und dem Menschen ein Versteckspiel stattfinde. Gott verberge sich, damit der Mensch Ihn suche und finde. Weihnachten sei gewissermaßen Sein Versteck und Ostern dann Seine Offenbarung.
Auch diese Merkwürdigkeit blieb ohne wahrnehmbaren Protest, obwohl es doch absurd ist, ausgerechnet Weihnachten, die Ankunft des Herrn, als Versteckspiel Gottes zu interpretieren. Nehmen hier die obersten Glaubensherren der römisch-katholischen Institution gewissermaßen religiöse Narrenfreiheit für sich in Anspruch?

Ist ein »Rückzug Gottes« möglich?

Wer an einen »Rückzug Gottes« denkt, verwechselt Gott offenbar mit dem bärtigen alten Mann aus Kindertagen, der gütig oder drohend kommt und geht und, wenn es sein muss, auch beleidigt ist und sich in »seinen Himmel einschließt». Diese Projektion menschlichen Verhaltens ist nicht zuletzt eine Folge kirchlicher Theologie: Sie reduziert Gott auf ein personales Wesen, das die Welt und alles, was für unsere Augen sichtbar existiert, aus dem Nichts geschaffen hat und dieser Schöpfung »gegenübersteht«. Die Vorstellung lautet: Dort ist Gott und hier sind wir mit unserem Planeten, den Mineralien, Pflanzen und Tieren - alles Dinge, die aus dem Nichts entstanden sind und nun für sich selbst existieren.
In Wirklichkeit ist Gott nicht nur Person, sondern zugleich der Allgeist, die Energie im Mikrokosmos und im Makrokosmos, der Odem allen Lebens in jeder Pflanze, jedem Tier und jedem Menschen. Wenn sich dieser Gott zurückzöge, würde alles in nichts zerfallen, weil alles nur lebt, weil es von der göttlichen Trägersubstanz am Leben erhalten wird. Gott kann sich gar nicht zurückziehen, weil Er allgegenwärtig ist. Die Materie ist nicht aus dem Nichts entstanden, sondern im Laufe des Fallgeschehens als herunter transformierter Geist, als ein abgespaltener Teil der reinen Himmel.

Allzumenschlich, um nicht zu sagen besonders infantil ist auch die Vorstellung, Gott würde sich gar »angewidert« zurückziehen. Der Vater-Mutter-Gott als die Manifestation des Allgeistes kann gar nicht beleidigt oder angewidert sein. Das Absolute ist von der Relativität irdischer Ursachen und Wirkungen frei. Gott hat nicht die Türen verrammelt, um sich schmollend einzuschließen, sondern die Menschheit hat sich vor Ihm verbarrikadiert und Seine Gegenwart aus dem Bewusstsein verloren. Anstatt den Rückzug Gottes zu beklagen, müsste der Papst seine Kirche anklagen, die Gott den Menschen verleidet hat – durch ihre blutige Geschichte, durch ihre absurde Theologie, durch ihre Verdammungsurteile, durch ihren täglichen Verrat an der Bergpredigt Jesu. Wo ist die Kirche, die ihre Reichtümer an die Armen verteilt, um den Hunger der Welt zu stillen? Wo ist die Kirche, die Kriege nicht nur von Fall zu Fall, sondern ein für allemal verurteilt, wie es Jesus von Nazareth tat, als Er jeden warnte, zum Schwert zu greifen, um nicht durch das Schwert umzukommen? Es ist eine verkehrte Welt, wenn der Papst ausruft: »Schlimmer als Schwert und Hunger ist das Schweigen Gottes!« Gerade weil seine Institution stets mit dem Schwert aufs Engste verbunden war, wurde die Menschheit der Gegenwart Gottes entfremdet, was nunmehr als »Schweigen Gottes« missverstanden wird.

Literaturhinweis zum Thema: »Das ist Mein Wort«, Verlag DAS WORT, z. B.: S. 369 ff, S. 599 ff, S. 1012 ff; siehe auch http://www.das-wort.com/deutsch/buecher/s007de_beschr.html
 

Neuerscheinung: Gabriele-Brief Nr. 2

»Spiegel, Spiegel an der Wand,
 ist Gott nun in einem anderen Land?«

In der aktuellen Ausgabe von DER SPIEGEL ist zum Thema »Kirche« der Artikel zu lesen Von Gott verlassen. Darin wird auf die Aussage des Papstes aus einer vorweihnachtlichen Ansprache Bezug genommen, in der er die Gläubigen auf eine große Tragödie hinwies: »Das Schweigen Gottes, der sich nicht mehr offenbart, der sich scheinbar eingeschlossen hat in seinem Himmel, wie angewidert vom Handeln der Menschheit«. Welches Denken steckt hinter der Aussage des Papstes? Was würde geschehen, wenn er recht hätte? Ist diese Aussage die Bankrotterklärung seiner Kirche? Kapituliert der Papst? Dieses Thema und auch die Auswirkungen des kirchlichen Denkens für Natur und Tiere sowie weitere Themen finden Sie im zweiten der Gabriele-Briefe. Die Botschaft dieses Briefes: Gott bleibt! Und: Christus ist der Sieger!

(Auch unter www.universelles-leben.org)


Journal Das Friedensreich, Ausgabe Nr. 2/03


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